Gewalt

Unruhen in Jerusalem gehen weiter

Seit Tagen brodelt es in der Stadt. Foto: Flash 90

Auch in der Nacht zum Donnerstag gingen die Unruhen in Jerusalem weiter. In verschiedenen Gegenden kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen arabischen und jüdischen Einwohnern. Auch wurden Journalisten angegriffen und verletzt. Nach Polizeiangaben sind vier Menschen festgenommen worden.

ramadan Die ethnischen Spannungen in der Stadt halten bereits seit einer Woche an. Zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan hatten zudem Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie für Wut bei Palästinensern und arabischen Bewohnern der Stadt gesorgt.

Besonders rund um das Damaskustor kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mindestens 50 Menschen seien festgenommen worden, so die Polizei. Am Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt gingen Beamte mit Wasserwerfen und Blendgranaten gegen die Randalierer vor.

Die rechtsextreme Gruppe Lehava will gegen »arabische Gewalt« protestieren und fordert dabei selbst zu Gewalt auf.

Außerdem gehen immer wieder jüdische und arabische Jugendliche aufeinander los – teils mit Schlagstöcken und anderen Gegenständen. Die rechtsextreme jüdische Gruppe »Lehava« rief am Donnerstag zu einem Protest am Damaskustor »für die nationale Ehre und gegen arabische Gewalt« auf. Dabei forderten Mitglieder selbst Gewalt: In einer Facebook-Gruppe für die Veranstaltung heißt es in Bezug auf Araber: »Wir müssen ihre Gesichter zerschmettern, müssen sie lebendig begraben.« Einige forderten auf, Waffen mitzubringen.

TERRORGRUPPE Lehava ist eine Organisation, die sich gegen jegliche Assimilation, Beziehungen zwischen Juden und Arabern sowie gegen Rechte für die LGBTQ-Gemeinde einsetzt. Viele ihrer Ansätze beruhen auf den rassistischen Ideen von Meir Kahane. Politiker verschiedener Parteien setzen sich seit Jahren dafür ein, sie als Terrorgruppe einstufen zu lassen. Die Polizei sieht die geplante Veranstaltung als »ernst« an und will zusätzliche Kräfte in der Gegend abstellen.

Mehrere arabische Jugendliche hatten nach Medienberichten zuvor TikTok-Videos verbreitet, die zeigen, wie sie charedische junge Leute angreifen. Einige Opfer seien beschimpft, geschlagen und getreten worden. Die Polizei gab an, drei junge Palästinenser in diesem Zusammenhang festgenommen zu haben.

Der Leiter der Jerusalemer Polizei, Sami Marciano, erklärte, dass die Videos besorgniserregend seien, weil sie weitere Gewalt provozieren. »Es ist ein Trend geworden. Und wir unternehmen Schritte, diese Clips entfernen zu lassen, wenn wir sehen, dass eine kriminelle Tat begangen wurde.«

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Flaggen, Glitzer und Herzchen für Noam

Tausende feiern das ESC-Finale am Strand von Tel Aviv – mit Tanz, Drag Queens, spontanen »Michelle«-Gesängen und Jubel über Israels zweiten Platz

von Sabine Brandes  17.05.2026

Zoo

Eine Elefantin als Ehrenbürgerin

Trauer und Neubeginn: Israels berühmtestes Wildtier ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihr ehemaliges Zuhause, der »Ramat Gan Safari Park«, zieht bald nach Tel Aviv

von Sabine Brandes  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Gazastreifen

Israel tötet Hamas-Militärchef

Iss al-Did al-Haddad gilt als letzter Drahtzieher der Massaker vom 7. Oktober

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Als die Zuschauer abstimmten, rutschte Noam Bettan deutlich nach oben

Das Zuschauervoting mit einer Abstimmung für Israels Ansehen zu verwechseln, wäre ein Fehler. Aber es sagt etwas über ESC-Fans

von Martin Krauss  17.05.2026