Knesset

Union für die Ablösung

So könnten sie eine ernsthafte Bedrohung für den regierenden Likud darstellen: Einen Tag vor dem Anmeldeschluss für Pateilisten haben Yair Lapid und Benny Gantz nach langen Diskussionen eine Union gegründet, mit der sie in die Wahlen am 9. April gehen werden. Die Zentrumsparteien Jesch Atid, und Gantz‘ Chosen L’Israel kommen in aktuellen Umfragen auf gemeinsam 30 Mandate – ebenso viele, wie Prognosen derzeit dem Likud voraussagen.

WECHSEL »Vereint. So sieht nationale Verantwortung aus. Denn es ist Zeit für den Wandel«, hieß es in einer Erklärung der neuen Union. Mit dabei sind auch der einstige Verteidigungsminister Mosche Yaalon mit seiner Telem-Partei. Yaalon saß einst im Kabinett von Premierminister Benjamin Netanjahu und wurde aus der Regierungskoalition geworfen, als seine Positionen nicht mit denen des Regierungschefs übereinstimmten. Ebenfalls auf der Liste ist der in der Bevölkerung beliebte Nachfolger von Gantz als Leiter der Armee, Gaby Aschkenazy.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch die Frage der Besetzung des Chefsessels haben Lapid und Gantz offenbar bereits geklärt. In den ersten zwei Jahren wäre im Falle eines Wahlsiegs Gantz Premierminister, später würde er von Lapid abgelöst. Beide betonten, sie wollten Netanjahus Regierung herausfordern, und versicherten, sich ganz einem Wechsel in Jerusalem verschrieben zu haben. Lapid sagte: »Wir werden alles tun, um nicht eine historische Gelegenheit zu verpassen, diese Regierung abzulösen.«

KAHANE Die Ankündigung kam nur wenige Stunden nach der Mitteilung von Netanjahu, dass die Rechtsaußen-Partei Jüdisches Haus ein Angebot des Premiers angenommen habe. Darin hatte er vorgeschlagen, dass sie sich mit Otzma Jehudit zusammentut, die aus Anhängern des Rabbis Meir Kahane besteht.

Damit könnten in der kommenden Knesset Nachfolger des rechtsradikalen und rassistischen Kahane im Parlament sitzen. 1988 wurde seine berüchtigte Kach-Partei wegen offen propagiertem Hass auf Araber verboten. Netanjahu versprach dem rechten Bündnis das Bildungsministerium plus zwei Sitze im Sicherheitskabinett und erhält dafür die Zusicherung, dass die beiden Parteien ihn im Wahlkampf nicht angreifen.

Zur Union von Lapid und Gantz hieß es aus der Likud-Zentrale: »Die Wahl ist klar – es ist entweder eine linke Regierung von Lapid und Gantz, die von einem Block der arabischen Parteien unterstützt wird, oder eine Rechtsregierung mit Netanjahu an der Spitze.«

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026