Sicherheit

Ungewöhnlicher Gipfel

John Bolton (l.) und Nikolai Patruschew Foto: imago/ITAR-TASS

Ein noch nie da gewesener Sicherheitsgipfel findet im nächsten Monat in Jerusalem statt – und zwar mit den USA, Russland und Israel. Das teilte Premier Benjamin Netanjahu kurz nach der Auflösung der Knesset in der vergangenen Woche mit. Das Weiße Haus bestätigte: »Im Juni wird der nationale Sicherheitsberater, Botschafter John Bolton, mit dem russischen Sekretär des Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, und dem israelischen nationalen Sicherheitsberater Meir Ben-Shabbat zusammenkommen, um regionale Sicherheitsanliegen zu besprechen.«

Netanjahu erklärte, dass er es war, der US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen hatte, ein trilaterales Komitee zu bilden. »Und beide haben zugesagt«, betonte der Regierungschef stolz vor Journalisten. Was genau auf der Agenda stehen werde, ließ er jedoch offen.

IRAN Meir Ben-Shabbat war im vergangenen Monat in Washington mit Bolton zusammengetroffen, um mit ihm »über den Iran und andere destabilisierende Akteure zu diskutieren«, hieß es damals in einer offiziellen Stellungnahme der USA. Gemeinsam hätten sie ihre Verpflichtung unterstrichen, sich gegen die Aktivitäten aus Teheran und andere Bedrohungen im Nahen Osten sowie in der ganzen Welt einzusetzen.

Mit dem Russen Patruschew hatte sich der israelische Sicherheitsberater zum letzten Mal im September 2018 getroffen, um sich mit ihm über Syrien auszutauschen. Das Büro des Ministerpräsidenten hatte damals erklärt: »Israel besteht darauf, dass sämtliche iranische Kräfte ganz Syrien verlassen.« Das ist allerdings bis heute nicht geschehen.

SYRIEN Medienberichten zufolge sollen bei dem trilateralen Treffen die Entwicklungen im Nachbarland Syrien besprochen werden. Dabei dürfte es vor allem um die Einmischung des Irans dort gehen. Auch steht sicher der geplante Abzug der US-Truppen aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land auf der Tagesordnung sowie die oft undurchsichtige Rolle Russlands in Syrien.

Moskau ist ein enger Verbündeter des Präsidenten Baschar al-Assad in Damaskus wie auch des Irans. Jerusalem und Washington jedoch sind erklärte Feinde des Regimes in Teheran. Da dürfte es schwierig sein, auf einen Nenner zu kommen.

Dokumentation

»Unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht«

Yad Vashem: Die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Wortlaut

 23.01.2020

Jerusalem

Starkes Signal gegen Antisemitismus

Staats- und Regierungschefs beim World Holocaust Forum

von Sabine Brandes  23.01.2020

World Holocaust Forum

Meldungen

Nachrichten zum Gedenken in Jerusalem

von Sabine Brandes  23.01.2020

Nachrichten

Flut, Kekse, Konflikt

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.01.2020

Klima

Regen füllt den Kinneret

Die heftigen Winterunwetter halten an

von Sabine Brandes  23.01.2020

Gipfel

Alle Augen auf Putin

Der Besuch des russischen Präsidenten ist belastet durch die Auseinandersetzung mit Polens Präsident Andrzej Duda

von Sabine Brandes  23.01.2020

Jerusalem

»Gipfel für die gesamte Menschheit«

König Felipe von Spanien spricht sich stellvertretend für Staatsgäste gegen Antisemitismus aus. Rivlin hofft, dass alle Länder der Welt die Botschaft empfangen

von Sabine Brandes  23.01.2020

Gastfreundschaft

400 Quadratmeter Fußboden und 800 Kerzen

Israel plant die Großveranstaltung zum 5. World Holocaust Forum bereits seit Monaten

von Sabine Brandes  22.01.2020

Jerusalem

Premierminister, Präsidenten und der Papst

Das Beit Hanasi veröffentlicht die Aussagen der Staatsoberhäupter aus aller Welt in einem Film

von Sabine Brandes  22.01.2020