Amtssitz in Jerusalem

Übergabe für den 11. Juli geplant

Naftali Bennett und Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Nach seiner Ablösung will Israels ehemaliger Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Amtssitz in Jerusalem erst in drei Wochen räumen. Das Büro des neuen Regierungschefs Naftali Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei teilte in der Nacht zum Sonntag mit, beide Seiten hätten sich auf ein Übergabedatum geeinigt.

Netanjahu und seine Familie sollten das Haus in der Smolenskin-Straße demnach bis zum 10. Juli räumen. Bis dahin sollten dort auch keine offiziellen Treffen mehr abgehalten werden. Am 11. Juli sei die Übergabe an den 49-jährigen Bennett geplant.

Respektfrage Netanjahu hatte noch nach Bennetts Amtsübernahme die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, in dem offiziellen Amtssitz empfangen. Dies war in den Medien scharf als Respektlosigkeit gegenüber der neuen Regierung kritisiert worden. Mit nur einer Stimme Vorsprung war das Acht-Parteien-Bündnis unter Führung Bennetts und Jair Lapids von der Zukunftspartei vor einer Woche im Parlament bestätigt worden.

Die israelische Zeitung »Haaretz« schrieb, Bennett wolle dem 71-jährigen Netanjahu und dessen Familie eine »Anpassungsphase« ermöglichen. Sie hatten zwölf Jahre lang in dem Gebäude gewohnt, das auch für offizielle Empfänge dient. Nach seiner Niederlage bei der Wahl im Jahre 1999 habe Netanjahu sechs Wochen gebraucht, um den Amtssitz zu räumen. Sein Nachfolger Ehud Olmert habe ihn dagegen vier Tage nach seiner Amtsniederlegung verlassen.

Olmert legte sein Amt wegen Korruptionsvorwürfen nieder, er wurde später zu einer Haftstrafe verurteilt. Auch gegen Netanjahu, der Olmert 2009 im Amt abgelöst hatte, läuft ein Korruptionsprozess.

Proteste Vor dem Amtssitz an der Ecke der Straßen Balfour und Smolenskin war es in den letzten Jahren immer wieder zur wütenden Protesten gegen den Ministerpräsidenten gekommen.

Nach Medienberichten will Bennett den Amtssitz vor allem für offizielle Treffen nutzen. Seine Frau und vier Kinder wollen den Berichten zufolge in ihrem Wohnhaus in Raanana bei Tel Aviv bleiben, weil sie dort ihren Lebensmittelpunkt haben. dpa

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026

Jerusalem

Israel Katz: Entscheidung für Tötung Khameneis fiel im November

Der Zeitplan für die Operation sei beschleunigt worden, nachdem landesweite Anti-Regime-Proteste im Iran den strategischen Rahmen verändert hätten, sagt Israels Verteidigungsminister

 06.03.2026