Israel

U-Bahn am Schabbat?

Die neue U-Bahn im Test Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Die virtuelle Fahrt läuft geschmeidig. In der Realität aber holpert es noch gewaltig. Immer wieder mal musste im Test die Notbremse wegen falscher Signale gezogen werden. Der Start der Tel Aviver U-Bahn, der für den November geplant war, könnte sich weiter verzögern. Dafür könnten die Untergrundzüge zukünftig auch am Schabbat verkehren. Zumindest, wenn es nach Verkehrsministerin Merav Michaeli von der Arbeitspartei und Bürgermeister Ron Huldai geht.

Nachteile Die sprachen sich jetzt für den Schienenverkehr auch am jüdischen Ruhetag aus. Gründe gebe es vor allem zwei: Michaeli betonte, dass das Schabbat-Verbot der Stadtbahn erhebliche Nachteile für jene habe, die kein Privatfahrzeug besitzen, etwa sozial schwächere Einwohner. Sie nannten die hohen Investitionen von mehreren zehn Milliarden Schekeln, warum die Bahn an sieben Tagen laufen müsse. Das bringe wirtschaftliche Vorteile und reduziere die Lebenshaltungskosten im Großraum Tel Aviv.

»Heute brauchen immer mehr Menschen in Israel am Wochenende öffentliche Verkehrsmittel. Ich fordere den Premierminister auf, dieses historische Zeitfenster nicht zu vergeuden und sich mir bei dem Schritt anzuschließen, den öffentlichen Verkehr hierzulande zu ändern.« Sie sei sicher, fügte Michaeli hinzu, dass die Regierung eine Einigung erzielen werde. »Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir Vereinbarungen treffen werden, die jedem Israeli die wahre Freiheit der Mobilität an jedem Tag der Woche ermöglichen.« Bürgermeister Ron Huldai stimmte Michaeli zu.

Rücksicht Nach einer Status-quo-Vereinbarung fahren die öffentlichen Verkehrsmittel mit wenigen Ausnahmen aus Rücksicht auf die Gefühle der religiösen Öffentlichkeit vom frühen Freitagabend bis zum Samstag nach Sonnenuntergang nicht. Es gibt allerdings Ortschaften mit gemischter jüdisch-arabischer Bevölkerung wie Haifa, wo durchaus Busse am Schabbat fahren.

Religiöse Politiker werfen der Ministerin vor, den Schabbat-Verkehr als Wahlkampfmittel zu benutzen. Am 1. November werden die Israelis eine neue Knesset wählen.

Jerusalem

Netanjahu weist Verantwortung für Versagen am 7. Oktober zurück

Der Ministerpräsident bestreitet in einer Stellungnahme jede Verantwortung. Stattdessen verweist er auf Bewertungen der Sicherheitsbehörden und auf strategische Weichenstellungen früherer Jahre

 06.02.2026

7. Oktober

Die letzte Geisel

Mit der Operation »Tapferes Herz« wurde der Leichnam von Ran Gvili in Gaza geborgen und nach Hause gebracht. Das sind die Details

von Sabine Brandes  05.02.2026

Nahost

Natürliches Bündnis?

Nach der Offensive der syrischen Armee in Rojava nähern sich die Kurden Israel an. Eine Expertin erklärt die Hintergründe

von Sabine Brandes  05.02.2026

Jerusalem

Sitzung des Sicherheitskabinetts kurzfristig angekündigt

Um 16 Uhr Ortszeit kommt das Gremium zusammen. Worum geht es?

 05.02.2026

Jerusalem

Israeli wegen Spionage für Iran zu drei Jahren Haft verurteilt

Elimelech Stern aus Beit Schemesch wurde wegen Kontakts mit einem ausländischen Agenten und Verschwörung schuldig gesprochen

 05.02.2026

Israel

Reservisten wegen Schmuggels in den Gazastreifen angeklagt

Unter den Beschuldigten ist auch der Bruder des Shin-Bet-Chefs. Er soll im Zentrum der Verbrecherbande stehen

 05.02.2026

Tel Aviv

Die arabische Stimme der israelischen Streitkräfte

Major Ella Waweya übernimmt die Funktion der IDF-Sprecherin für arabische Medien. Schon zuvor war sie keine Unbekannte

von Imanuel Marcus  05.02.2026

Gewalt

Dreifacher Mord im Norden: Herzog spricht von nationalem Notstand

Der Vorfall ist Teil einer alarmierenden Gewaltwelle in arabischen Gemeinden Israels. Der Präsident sieht einen sieht einen »nationalen Notstand«

 05.02.2026

Luftfahrt

Bau eines neuen Flughafens in der Negev-Wüste soll beschlossen werden

Zu den Zielen gehört eine wirtschaftliche Stärkung der Region und eine erforderliche Entlastung des Ben-Gurion-Flughafens zwischen Tel Aviv und Lod

 05.02.2026