Trotz Massenprotesten

Netanjahu will Justizreform vorantreiben 

Israels Premier Benjamin Netanjahu Foto: POOL

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will seinen umstrittenen Umbau der Justiz trotz massiver Proteste weiter vorantreiben. Netanjahu warf der Opposition am Sonntag bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem vor, bei Verhandlungen unter Vermittlung von Präsident Isaac Herzog nur Zeit zu schinden.

Die Oppositionspolitiker Yair Lapid und Benny Gantz hätten einen Dialog nur vorgegaukelt. »Deshalb werden wir uns diese Woche versammeln und praktische Schritte unternehmen«, kündigte Netanjahu an.

Mit Blick auf seinen Wahlsieg im vergangenen Jahr fügte er hinzu, dies solle im Einklang »mit dem Mandat erfolgen, das wir für Verändungen im Justizsystem erhalten haben«. Oppositionsführer Lapid warnte, Netanjahus Entscheidung werde »der Wirtschaft den Todesstoß geben, die Sicherheit gefährden und das israelische Volk in Stücke zerreißen«. Aus Protest gegen die Reform gingen in Israelmehrfach Hunderttausende auf die Straße.

Der rechtskonservative Ministerpräsident hatte die Pläne nach massivem Druck im März ausgesetzt. Monatelange Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition brachten jedoch keine Einigung. Am Mittwoch teilten die Oppositionvertreter dann mit, die Verhandlungen erst fortsetzen zu wollen, wenn die Besetzung eines Gremiums zur Bestimmung von Richtern endgültig feststehe.

Auch in dieser Frage gibt es massive Auseinandersetzungen.Die Ernennung von Richtern ist ein zentraler Teil der von der rechts-religiösen Regierung vorangetriebenen Reform. Netanjahus Bündnis strebt eine Mehrheit in dem Gremium an.

Am Samstagabend hatten erneut Zehntausende gegen die Pläne demonstriert - die 24. Woche in Folge. Netanjahus Koalition will mit dem Umbau das oberste Gericht des Landes gezielt schwächen. Die Regierung wirft dem Richtern übertriebene Einmischung in politische Entscheidungen vor. Kritiker sehen die Gewaltenteilung und damit die demokratische Ordnung in Gefahr. dpa

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026

Terror

Israelische Armee tötet Hamas-Kommandeur, der am 7. Oktober beteiligt war

Bei dem Getöteten handelt es sich laut IDF um Sobhi Sami Mahmoud Shahtot. Er soll als Zugführer der Hamas tätig gewesen sein und verschleppte Israelis bewacht haben

 21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Jerusalem

Benny Gantz: »Ich kann die politischen Lager zusammenbringen«

Der Oppositionspolitiker will ein Bündnis verantwortungsbewusster und moderater Zionisten aus verschiedenen politischen Richtungen bilden

 21.08.2026

Richter Yechiel Kasher

Tel Aviv

Oberstes Gericht stoppt Schließung von Armee-Sender Galei Zahal

Richter Yechiel Kasher kritisiert den Versuch Jerusalems, das Armee-Radio abzuschalten: »Eine Regierung, die auf diese Weise handelt, ist ausgesprochen undemokratisch.«

 21.08.2026

Westjordanland

Qusra: US-Botschafter warnt Siedler vor Enteignung palästinensischer Familien

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es gehe nicht nur um einen Verstoß gegen menschengemachtes Recht, sondern auch »gegen Gottes Gesetz«

 21.08.2026

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

 20.08.2026

Umstrittenes Gesetz

Ben-Gvir baut Galgen für palästinensische Terroristen

Israels rechtsextremer Sicherheitsminister will palästinensische Terroristen hinrichten lassen. Der Ruf nach Sanktionen gegen Itamar Ben-Gvir wird lauter

von Sabine Brandes  20.08.2026

7. Oktober

Totgeglaubt – und endlich unter der Chuppa

Sie überlebte den Todesbunker von Re‘im, er 505 Tage in einem Hamas-Tunnel. Jetzt haben Ziv Abud und Eliya Cohen geheiratet

von Sabine Brandes  20.08.2026