Nachruf

Trauer um Mosche Arens

Mosche »Mischa« Arens (1925–2019) Foto: Flash 90

In vielen Trauerbekundungen heißt es: »Mischa, mein geliebter Mischa«. Am Montag starb Israels einstiger Verteidigungs- und Außenminister Mosche Arens im Alter von 93 Jahren. Am Dienstag wurde er in Jerusalem beigesetzt. Arens war als Falke im rechten Lager der israelischen Politik bekannt. Doch selbst von seinen schärfsten politischen Gegnern wurde er respektiert.

Arens wurde 1925 in Kaunas, Litauen geboren und emigrierte 1939 in die USA. Kurz nach der Staatsgründung wanderte er nach Israel ein. Er studierte Luftfahrttechnik am Massachusetts Institute of Technology in Boston und wurde später, mit nur 36 Jahren, Professor am Technion in Haifa.

USA 1973 zog er für den Vorgänger des Likud, die Cherut-Bewegung, in die Knesset und diente in verschiedenen hochrangigen Positionen bis 1992 und noch einmal von 1999 bis 2003. 1980 lehnte Arens das Amt des Verteidigungsministers aus Protest gegen den Friedensvertrag mit Ägypten ab, gegen den er gestimmt hatte. Stattdessen ging er als Israels Botschafter in die USA. Als Ariel Scharon vom Posten des Verteidigungsministers zurücktrat, übernahm Arens. Später wurde er Außenminister und wechselte danach noch einmal ins Verteidigungsministerium.

1971 erhielt er für seine Leistungen im Verteidigungsbereich den Israel Defense Prize, der vom Präsidenten verliehen wird. Er reorganisierte die Bodentruppen und gründete das Heimatfront-Kommando. Nach seinem Rückzug aus der Politik schrieb Arens ein Buch über den Warschauer Ghetto-Aufstand: Flaggen über dem Warschauer Ghetto.

MENTOR Premierminister Benjamin Netanjahu sagte: »Meine Frau Sara und ich sind sehr traurig über den Verlust unseres geliebten Mosche Arens. Mischa war mein Lehrer und Mentor. Ich habe ihn geliebt, wie ein Sohn seinen Vater liebt.« Arens hatte Netanjahu 1982 in der Botschaft in Washington angestellt und damit praktisch dessen politische Karriere ins Rollen gebracht.

»Mischa war einer der wichtigsten Anführer der Cherut-Bewegung, ein Ehrenmann, der sich vor keinem Kampf gedrückt hat«, schrieb Präsident Reuven Rivlin. »Er war einer der wichtigsten Verteidigungsminister, die Israel je gehabt hat. Er war kein Kommandant oder General, er war ein hingebungsvoller Mann des Lernens, der sich Tag und Nacht für die Sicherheit Israels und seiner Bürger einsetzte.«

Knesset

Abstimmung über Auflösung des Parlaments und Neuwahl vertagt

Die Neuwahl wird vermutlich am 25. Oktober oder am 1. November stattfinden

von Cindy Riechau  28.06.2022 Aktualisiert

Justiz

Israel erleichtert Abbrüche von Schwangerschaften

 27.06.2022

Jerusalem

Knesset soll über Auflösung abstimmen - Israel vor Neuwahl

Die Wahl soll vermutlich Ende Oktober oder Anfang November stattfinden

 26.06.2022

Türkei/Israel

Fünf Iraner wegen Anschlagsplan auf Israelis in Istanbul gefasst

Der Geheimdienst hat die Verdächtigen Berichten zufolge seit Langem beobachtet

 23.06.2022

Nachrichten

Kollaps, Kosten, Ruhe

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.06.2022

Sicherheit

Cyberangriff auf Warnsystem

Hacker hatten es auf Sirenen abgesehen

von Sabine Brandes  23.06.2022

Jerusalem

Fünfte Wahl in drei Jahren

Premier Bennett kündigt Auflösung der Knesset an – die Opposition jubelt

von Sabine Brandes  23.06.2022

Yoga

Schalom und Namaste

Warum immer mehr Israelis bei Meditationen und körperlichen Übungen ihre Spiritualität entdecken

von Mareike Enghusen  21.06.2022

Jerusalem

Die Knesset wird aufgelöst

Bennett und Lapid einig. Israel steuert auf die fünften Parlamentswahlen in drei Jahren zu

von Sabine Brandes  20.06.2022