Israel

Transgeschlechtliche dürfen früheren Namen streichen

Die Pride-Parade in Aschdod Foto: copyright (c) Flash90 2023

Transgeschlechtliche in Israel haben künftig das Recht, ausschließlich ihren neuen Namen in ihren Personalausweisen zu führen. Entsprechende Änderungen an den Ausweisvorschriften nahm das Innenministerium auf Antrag einer Trans-Frau beim obersten Gericht vor, wie israelische Medien (Montagabend) berichteten. Das sogenannte Deadnaming, die ungewünschte Verwendung des früheren Namens von Transgeschlechtlichen, ist damit in israelischen Personalausweisen abgeschafft.

Die israelische Trans-Frau Nofer Aschbal hatte sich laut Bericht an das Gericht gewandt, nachdem die Bevölkerungsbehörde nach ihrer Geschlechtsanpassung zwar der Aufnahme ihres neuen Namens stattgab, sich jedoch weigerte, den früheren Namen aus dem Ausweis zu streichen. Damit sei ihre Privatsphäre erheblich verletzt, argumentierte Aschbal. Sie machte geltend, der Eintrag des früheren männlichen Namens mache die Information der Geschlechtsanpassung jedem zugänglich, dem der Personalausweis vorgelegt wird.

Das Gericht urteilte laut den Berichten, dass es »kein rechtliches Hindernis dafür gibt, den früheren Vornamen von Ausweisinhabern zu löschen, die dies unter anderem wegen einer Geschlechtsänderung auf dem Ausweis beantragen«.

Aschbals Anwälte begrüßten den Schritt als Schutz der Rechte von transgeschlechtlichen Personen und als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Gleichberechtigung. Transgeschlechtliche oder auch Trans-Menschen sind laut einer Definition der Antidiskriminierungsstelle des Bundes »Menschen, denen bei Geburt ein Geschlecht zugewiesen wurde, das nicht ihrer Identität entspricht«. kna

Susanne Stephan

Kommentar

Eines demokratischen Staates unwürdig

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026