Rabbiner Gershon Edelstein

Tora-Gelehrter und spiritueller Anführer

Rabbiner Gershon Edelstein war auch spiritueller Anführer der ultraorthodoxen Partei Vereinigtes Tora-Judentum. Foto: Flash 90

Der prominente israelische Rabbiner Gershon Edelstein ist heute im Alter von 100 Jahren in Bnei Brak gestorben. Er war Präsident des Rates der Tora-Weisen und leitete die renommierte Ponevezh Jeschiwa.

Auch war Edelstein geistiges Oberhaupt der ultraorthodoxen aschkenasischen Partei Vereinigtes Tora-Judentum. Der Rabbiner sei an »altersbedingten Komplikationen« gestorben, heißt es in einer Erklärung der Jeschiwa.

GRÖSSE Als sich die Nachricht von seinem Tod verbreitete, wurden Ehrungen aus dem gesamten politischen Spektrum veröffentlicht. Präsident Isaac Herzog, der derzeit in Aserbaidschan weilt, twitterte, Edelstein sei »ein spiritueller Anführer von enormer Statur« gewesen, »dessen fromme Größe unsere Generation beeinflusst hat und auch zukünftige Generationen beeinflussen wird«.

Auch Premierminister Benjamin Netanjahu würdigte den Rabbiner: »Heute hat die Welt der Tora zusammen mit dem gesamten Volk Israel einen weisen und renommierten Anführer verloren. Sein ganzes Leben war der Heiligkeit gewidmet.«

FLÜGEL Rabbi Edelstein habe sich immer an die Tage seiner Jugend in Russland erinnert, in denen er gezwungen war, die Tora heimlich zu studieren. Im Gegensatz dazu habe er in Israel offen seine Flügel über die litauische Jeschiwa-Welt ausgebreitet, so Netanjahu.

Er selbst habe »das Glück gehabt, Rabbi Edelstein vor einigen Monaten zu treffen, und das Licht, das in seinen Augen leuchtete, war voll Verständnis. Die jüdische Weisheit hinterließ bei ihm unauslöschliche Spuren. Die Bedeutung, den Kindern Israels das Erbe Israels zu vermitteln, entsprang tief in seiner Seele. Möge sein Andenken ein Segen sein«.

»Sein ganzes Leben war der Heiligkeit gewidmet.«

premierminister benjamin netanjahu

Benny Gantz, Chef der Oppositionspartei Nationale Einheit, bezeichnete Edelstein als »Mentor«, der im nationalen Kampf Israels gegen die Coronavirus-Pandemie »außerordentliche Führungsstärke bewiesen« habe. »Ich werde seinen Aufruf an seine Gläubigen nie vergessen: ‚Die Tora öffentlich zu lesen wird eine Sünde sein‘«, twitterte Gantz.

»Für jemanden, der sein ganzes Leben lang öffentlich betete, war diese Aussage ein Großmut, der viele Leben rettete. Auf diese Weise zeigte er sich auch als Menschenliebhaber.«

DYNASTIE Edelstein wurde in Russland nahe der Grenze zu Weißrussland als Sohn einer Rabbinerdynastie geboren. 1934 wanderte er nach Israel aus und ließ sich in Ramat Hascharon nieder, bevor er später nach Bnei Brak zog. Edelstein war ein äußerst einflussreicher Anführer der nichtchassidischen litauischen ultraorthodoxen Gemeinschaft mit Hunderttausenden Anhängern.

Der Vorsitzende der Partei Vereinigtes Tora-Judentum, Wohnungsbauminister Yitzhak Goldknopf, schrieb: »Gemeinsam mit dem gesamten Haus Israel, seinen vielen Studenten und denen, die sein Andenken bewahren, trauere ich um den großen Maran HaGaon-Rabbiner Gershon Edelstein, einen gesegneten und frommen Menschen.«

Lesen Sie mehr über Rabbiner Gershon Edelstein sel. A. in unserer nächsten Printausgabe am Donnerstag.

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