Israel

Tödliche Nacht

Ein verletzter israelischer Soldat wird abtransportiert. Foto: Flash 90

Es war eine schwarze Nacht für Israel. Bei zwei Anschlägen von palästinensischen Extremisten starben am Montag zehn Soldaten, einige von ihnen waren nicht einmal 20 Jahre alt. Die Zahl der Armeeopfer seit Beginn der Operation »Protective Edge« vor 22 Tagen steigt damit auf 53. Auch die Sirenen schrillen nach einer kurzen inoffiziellen Waffenruhe am Montag wieder im gesamten Süden des Landes.

In der Nacht zum Dienstag sind zudem mehrfach Hamas-Raketen auf das Zentrum abgefeuert worden, die jedoch vom »Iron Dome« abgefangen wurden. In und um Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. Derweil hat das Kabinett in Jerusalem einen Waffenstillstandsvorschlag des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen als »einseitig« bezeichnet und abgelehnt.

Gefechte Vier Soldaten kamen durch einen Granatenangriff der Hamas in der Nähe der Grenze zu Gaza auf israelischer Seite ums Leben, ein junger Mann starb bei Gefechten im Gazastreifen.

Bei einem weiteren grausamen Anschlag war offenbar eine Gruppe von Hamasmitgliedern aus einem Tunnel in der Nähe einer Armeebasis gekrochen. Sie feuerten eine Panzerabwehrgranate auf eine Baracke, in der fünf junge Männer tödlich getroffen wurden. Als andere Soldaten einen der Angreifer erschossen, flüchteten die restlichen durch den Tunnel zurück nach Gaza.

Die Hamas bekannte sich zu dem Attentat und erklärte, dass es »durch Umstände in der Gegend nicht möglich gewesen sei, die Mission zu beenden«. Offenbar hatten die Terroristen eine Entführung geplant. Die israelische Armee (IDF) erklärte, dass ein massiver Anschlag im nahe gelegenen Kibbuz Nachal Oz verhindert worden sei.

Auch auf palästinensischer Seite gab es Tote und Verletzte bei einem Raketeneinschlag in der Umgebung von Gazas größtem Krankenhaus. Die israelische Armee gab jedoch an, dass es sich dabei um ein verirrtes Geschoss des militärischen Flügels der Hamas, Islamischer Dschihad, gehandelt habe.

Beschuss Nach Angaben von Reportern im Gazastreifen sei außerdem das größte Stromwerk durch Raketen außer Betrieb gesetzt worden. Auf der anderen Seite bestätigte die IDF auf Twitter, dass sie das Haus von Vize-Hamas-Chef Ismail Haniyeh zerstört habe. Haniyeh selbst befindet sich jedoch seit Beginn der Auseinandersetzungen im Untergrund und hielt sich während des Beschusses nicht in seinem Haus auf.

Am Montagabend erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu in einer Fernsehansprach, dass die Militäroperation nun in die vierte Woche gehe und man so lange weitermachen müsse, bis die Gefahr, die von den Tunnels ausginge, ausgemerzt sei. Der Premier bereitete die Bevölkerung »auf eine langwierige Operation« vor, an deren Ende ein entmilitarisierter Gazastreifen stehe. »Es ist nicht haltbar, dass Israel den Tod von oben und von unten fürchten muss.«

Am Dienstagabend wird das israelische Sicherheitskabinett um 19 Uhr zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen im Gazakonflikt zu beraten.

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026