Nahost

Terroristen lehnen Vereinbarung über Waffenruhe erneut ab

Die Bewohner Gazas haben derzeit keine Aussicht auf ein Ende des Krieges, da ihre Führung auch den jüngsten Vorschlag für eine Waffenruhe ablehnt. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die palästinensische Terrororganisation Hamas hat auch den jüngsten Vorschlag für eine Waffenruhe abgelehnt. Dies verlautete aus dem amerikanischen Außenministerium in Washington D.C.

In einer Erklärung, die nach einem Telefonat von Außenminister Antony Blinken mit seinem ägyptischen Kollegen Badr Abdelatty veröffentlicht wurde, hieß es, die Hamas habe sich erneut geweigert, auch nur wenige Geiseln freizulassen, um einen Waffenstillstand und damit eine Verschnaufpause für die Bevölkerung in Gaza zu erlangen.

Lesen Sie auch

Das von Ägypten vorgeschlagene Abkommen enthielt eine 48-stündige Waffenruhe sowie die Freilassung von vier israelischen Geiseln innerhalb von 10 Tagen. Bei diesen Geiseln hätte es sich dem Vorschlag zufolge um Frauen, ältere Menschen oder Kranke gehandelt. Im Gegenzug hätte Israel 100 palästinensische Gefängnisinsassen freilassen müssen.

Fortgeführte Gespräche

Trotz der Tötung ihres Chefs Yahya Sinwar im Oktober beharrten die Hamas-Vertreter auf einem kompletten Abzug der israelischen Streitkräfte (IDF) aus Gaza. Die Hamas selbst hatte den aktuellen Krieg mit ihren Massakern am 7. Oktober 2023 begonnen und Israel seither immer wieder beschossen.

Lesen Sie auch

Israelische Medien berichten, trotz der Ablehnung des jüngsten Vorschlages durch die Terroristen würden die indirekten Verhandlungen fortgeführt. Die Aggressoren wollen ein Ende ihres eigenen Krieges, während Israel eine Freilassung der 97 verbleibenden Geiseln, ein Ende des Terrors und eine friedliche Führung für Gaza fordert.

Die libanesische Terrororganisation Hisbollah hat derweil erneut mehrere Raketen-Salven auf den Norden Israels abgefeuert. Insgesamt seien am Montag 90 Raketen aus dem Libanon auf Israel abgeschossen worden, teilten die IDF mit. Einige seien von der Raketenabwehr abgefangen worden und andere in unbewohnten Gebieten eingeschlagen. Die Luftwaffe habe eine Abschussrampe im Libanon, von der aus 30 der Geschosse abgefeuert worden seien, angegriffen und getroffen.

Attacken auf Haifa und Galiläa

Die Hisbollah reklamierte fünf Attacken auf Israel für sich, darunter auf das Gebiet der Hafenstadt Haifa sowie auf die Stadt Safed in Galiläa. Am Sonntag waren mehr als 100 Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Nach israelischen Angaben wurden seit Kriegsbeginn 72 Menschen im Norden Israels durch Beschuss aus dem Libanon getötet, davon 42 Zivilisten und 30 Soldaten.

Die israelischen Streitkräfte bombardierten unterdessen Terror-Ziele nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. Der Angriff galt demnach einer Geheimdienstzentrale der Hisbollah, die nach der Tötung der Leiter ihres Geheimdienstes im Libanon weiter geschwächt worden sei. ja/dpa

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026