Jerusalem

Tausende besuchen Hochzeit

Feier einer ultraorthodoxen Hochzeit in Jerusalem im September 2019 (Archiv) Foto: Flash 90

Tausende ultrareligiöse Juden haben am Mittwochabend in Jerusalem gegen die Covid-19-Einschränkungen verstoßen. Sie besuchten die Hochzeit des Enkels der chassidischen Belz-Bewegung, einer der bedeutenden Gruppen im ultraorthodoxen Judentum, wie örtliche Medien am Donnerstag berichteten. Anweisungen zu Mindestabstand, maximaler Teilnehmerzahl und Maskenpflicht seien dabei missachtet worden.

Während die eigentliche Hochzeitszeremonie im Innenhof der Belzer Synagoge durchgeführt wurde, fand die Feier in einer geschlossenen Halle statt. Die Richtlinien des Gesundheitsministeriums legen die Höchstteilnehmerzahlen für Hochzeiten in geschlossenen Räumen auf zehn Personen fest, im Freien dürfen 20 Personen beiwohnen.

polizei Laut Berichten sollen die Veranstalter die Besucher der Feier zuvor angewiesen haben, Masken zu tragen sowie auf das Aufnehmen von Fotos oder Videos zu verzichten – aus Angst vor einer strafrechtlichen Verfolgung. Die Polizei erließ den Angaben zufolge Bußgelder gegen Teilnehmer und Veranstalter und kündigte eine Untersuchung an.

Die im Jahr 2000 eröffnete Synagoge mit rund 6000 Sitzplätzen liegt in einem wegen der hohen Covid-19-Infektionszahlen als »rotes Gebiet« gekennzeichneten Stadtviertel, das unter Ausgangssperre steht.

Bei dem Oberhaupt der Bewegung, Rabbiner Jissachar Dov Rokeach, handelt es sich laut Medien um den einzigen prominenten ultraorthodoxen Rabbiner, der sich grundsätzlich über die Corona-Schutzmaßnahmen hinwegsetzt. Die Gefahr für mentale Schäden sei höher als die Gefahr durch das Virus, argumentiert er. kna

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Wehrdienst oder Gefängnis: Armee stellt Chabad-Studenten vor die Wahl

Am Ben-Gurion-Flughafen wurden Dutzende Männer aus der Chabad-Lubawitsch-Bewegung festgenommen, als sie aus New York zurückkehrten

 20.10.2026

Tel Aviv

Gloria Gaynor tritt in Israel auf

Nur wenige ausländische Musiker kommen derzeit nach Israel. Die »Queen of Disco« ist eine von ihnen. Was für ein Verhältnis hat sie zum jüdischen Staat?

 20.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was genau sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Knessetwahl

Gantz zieht die Reißleine

Nach dem Absturz seiner Partei verzichtet der Ex-Generalstabschef auf eine Kandidatur – und wirbt erneut für eine große Einheitsregierung.

von Sabine Brandes  20.10.2026

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026