250. Todestag

Tanz, Gesang und Tora

Gedenken an den Baal Schem Tow

von Sivan Wüstemann  18.05.2010 10:08 Uhr

Israel Ben Eliezer: der Baal Schem Tov Foto: Archiv

Gedenken an den Baal Schem Tow

von Sivan Wüstemann  18.05.2010 10:08 Uhr

Er war der »Meister des guten Namens«, der Begründer des Chassidismus, ein herausragender Geschichtenerzähler und für viele sogar Wunderrabbi voller Magie. Der erste Tag von Schawuot (6. Sivan/19. Mai) markiert den Todestag des legendären Rabbi Israel Ben Eliezer, genannt Baal Schem Tow, vor 250 Jahren. Diesem Tag wird ein ganz besonderes Sefer Tora gewidmet.

Der israelische Rabbiner Jisrael Meir Gabai ist Gründer der Stiftung Ohalei Zadikim, die sich zum Ziel gesetzt hat, jüdische Gräber und Friedhöfe vor allem in Osteuropa zu schützen. Für den Todestag des Bescht, wie der legendäre Rabbi des 18. Jahrhunderts kurz genannt wurde, hat sich Gabbai etwas Besonderes ausgedacht: Anhänger konnten im Internet einen Buchstaben für die Tora erstehen und damit die Stiftung unterstützen. Gleichzeitig sind sie so für immer in dem einzigartigen Buch verewigt, das nun zu Schawuot in der Baal Schem Tow Synagoge seines Heimatdorfes Medzibusch ausgestellt wird.

gesang Auch der aschkenasische Oberrabbiner von Tel Aviv, Israel Meir Lau, reist speziell zu diesem Anlass in die Ukraine. Während einer feierlichen Schabbatzeremonie wird dem außergewöhnlichen Gelehrten mit viel Gesang und Tanz gedacht. Chassiden sämtlicher Couleur feiern den Begründer ihrer Bewegung in Israel mit verschiedenen Aktionen, bei denen bis spät in die Nacht gebetet und gefeiert wird.

1698 wurde Israel Ben Eliezer geboren, um, so sagen die Chassiden, »einem deprimierten Volk Vitalität und Lebensmut zurück zu bringen«. An seinem 16. Geburtstag, so die Legende, soll ihm der Prophet Elia erschienen sein, der ihm erzählte, wie groß der Einfluss der Gebete der einfachen Menschen im Himmel sei.

Die Vision führte zu einer völlig neuen Ära im jüdischen Denken. Der Bescht erklärte daraufhin, dass die gute Intention der eigentlichen Errungenschaft vorzuziehen sei. Zudem seien Freude und Demut erstrebenswert. Das wohl bekannteste Ge‐bot des Rabbis aber lautete: Leidenschaft. Bis heute hören seine Anhänger darauf und beten, singen und tanzen voller Inbrunst und Ekstase – auch an seinem 250. Todestag.

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