Israel

Süden unter Beschuss

Raketeneinschlag beim Kibbuz Yad Mordechai Foto: Flash 90

Die Situation eskaliert. Der Süden Israels befindet sich wieder einmal unter Beschuss. Nachdem am Dienstag elf Menschen durch palästinensische Raketen verletzt worden waren, trafen auch am Mittwochmorgen wieder Geschosse aus dem Gazastreifen ins israelische Kernland.

Kurz vor acht Uhr schlug eine Kassamrakete in der Nähe der Wüstenstadt Beer Sheva ein. Anschließend trafen vier weitere die Eschkolregion in unmittelbarer Nähe des Gazastreifens. Personen- oder Sachschaden entstand nicht.

Vergeltung Am Tag zuvor war es nicht so glimpflich ausgegangen. In der Nacht zum Mittwoch waren elf Grenzsoldaten der israelischen Armee durch Bombenschrapnelle unweit von Aschkelon verletzt worden. Einer der Männer erlitt mittelschwere Verletzungen. Als Antwort flog die Luftwaffe Israels Angriffe auf sieben Ziele in Gaza und erwäge weitere Vergeltungsmaßnahmen, wie es hieß. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei niemand verletzt.

Polizeichef Yochanan Danino geht davon aus, dass die erneute Terrorwelle aus Gaza mehrere Tage andauern werde. »Ich hoffe, dass die Gewalt nicht eskaliert«, sagte er. »Doch wir bereiten uns gerade auf die Möglichkeit vor, dass sie auch größere und weiter entfernte Städte betreffen könnte.« Um welche Städte es sich dabei handelt, erläuterte Danino nicht.

Ägypten Am Montag hatte es an der Grenze zwischen Ägypten und Israel einen Terroranschlag gegeben, bei dem ein Mann aus Haifa getötet wurde, der an der Grenzanlage gebaut hatte. Die Behörden gehen davon aus, dass die Terrorvereinigung Islamischer Dschihad hinter der Attacke steckt.

Seit Dienstagnachmittag haben radikale Palästinenser insgesamt mehr als 50 Raketen auf Israel abgefeuert. Wegen des intensiven Beschusses bleiben an diesem Mittwoch die Grundschulen in der Region weitgehend geschlossen. An den Mittel- und Oberschulen haben bereits die Sommerferien begonnen. Viele Gemeinden sollen die bombensicheren Schutzräume für die Lehranstalten erst zum neuen Schuljahr im September erhalten.

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026