Gazastreifen

Studie: Hamas-Opferzahlen »völliger Unsinn«

Eine fehlgeleitete Rakete des Islamischen Dschihad explodierte im Oktober 2023 auf dem Parkplatz des Al-Ahli-Krankenhauses. Damals beschuldigte die Hamas Israel, die Klinik angegriffen und dabei 500 Zivilisten getötet zu haben. Viele Medien nahmen dies als Fakt auf. Foto: picture alliance / newscom

Eine Untersuchung der amerikanisch-israelischen NGO Honest Reporting ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Behauptung der Hamas, 70 Prozent der Opfer in Gaza seien Frauen und Kinder, »völliger Unsinn« sei. Nicht zum ersten Mal wurden die Zahlen der Terroristen widerlegt.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, über die der »Telegraph« zuerst berichtete: In einer Aktualisierung der Opferzahlen für März 2025 hat die Hamas Tausende Einträge stillschweigend gelöscht.

»In der neuen Hamas-Liste der Todesopfer vom März 2025 werden 3400 ›vollständig identifizierte‹ Todesfälle aus den Berichten vom August und Oktober 2024 gestrichen – darunter 1080 Kinder«, erklärte Salo Aizenberg von Honest Reporting. »Diese ›Todesfälle‹ gab es nie. Die Zahlen wurden gefälscht – wieder einmal.«

Frei erfunden

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza veröffentlicht die angeblichen Opferzahlen regelmäßig in PDF-Dateien. Seitdem dieselbe Terrororganisation den Krieg am 7. Oktober 2023 begann, werden die fragwürdigen Daten von Nachrichtenagenturen und vielen Medien als Quelle für Zahlen der Todesopfer in Gaza herangezogen.

Schon im Dezember war eine Untersuchung der Henry Jackson Society zu dem Ergebnis gekommen, die Hamas habe die Opferzahlen »aufgebläht«, um Israel an den Pranger zu stellen. Ebenfalls im vergangenen Jahr zeigte eine weitere Studie auf, dass sich die Todesopferzahlen der Hamas selbst widerlegten.

Der Autor des jüngsten Berichts, Andrew Fox, ehemaliger britischer Fallschirmjäger, erklärte gegenüber Medien im Vereinigten Königreich, die jüngsten Korrekturen seien möglicherweise ein Versuch der Hamas, ein Stück Glaubwürdigkeit zu bewahren. Dies dürfte schwierig werden, denn auch israelische Angriffe hatten die Aggressoren und Mörder im Laufe des Krieges frei erfunden.

Lesen Sie auch

Fehlgeleitete Rakete

Im Oktober 2023, nur Tage nach den Massakern der Hamas in südisraelischen Kibbuzim und beim Nova-Festival, hatten die Terroristen gemeldet, das Al-Ahli-Krankenhaus sei von Israel angegriffen worden. 500 Zivilisten seien dabei umgekommen. Diese Falschnachricht wurde ebenfalls von vielen Medien übernommen, bis sich herausstellte, dass eine auf Israel abgefeuerte, fehlgeleitete Rakete des Islamischen Dschihad auf dem Parkplatz der Klinik explodiert war. Zu einem israelischen Angriff war es nicht gekommen.

Zu der jüngsten Untersuchung erklärte Andrew Fox: »Wir wussten im Voraus, dass es eine Menge Fehler in ihren Berichten gab.« Medien in der ganzen Welt, aber auch die UNO übernähmen die Hamas-Zahlen dennoch.

Die Hamas-Listen enthalten Informationen wie Namen und Ausweisnummern und können von jedem ausgefüllt werden, der einen Link zum Google-Formular für das Dokument hat. Fox sagte, die Hamas gehe die Liste offensichtlich jeweils durch und versuche, sie »so überzeugend wie möglich« zu gestalten. Nun seien aber zahlreiche Namen von den Listen verschwunden.

Kindersoldaten der Hamas

Laut Fox sind 72 Prozent der Todesopfer männlich und 13 bis 55 Jahre alt. Dies entspreche der ungefähren Altersspanne der Hamas-Terroristen. »Wir wissen, dass die Hamas Kindersoldaten einsetzt, und diese Statistiken zeigen deutlich, dass Israel es auf Männer im kampffähigen Alter abgesehen hat.«

Die Hamas hatte behauptet, die Zahl der Toten im Gazastreifen seit Beginn des Krieges liege bei über 50.000. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden im Lauf des Krieges 20.000 Hamas-Terroristen getötet. Die Armee unternimmt seit Kriegsbeginn beispiellose Anstrengungen mit dem Ziel, Opfer unter Zivilisten in Gaza zu vermeiden.

Auch da die Hamas ihre eigene Bevölkerung als lebenden Schutzschild missbraucht, gestaltet sich dies schwierig. Dennoch warnen die IDF die Menschen vor bevorstehenden Angriffen gegen den Terror. Sie richten Fluchtrouten und Sicherheitszonen ein. Auch sorgte das Militär lange für die Einfuhr von insgesamt über 1,3 Millionen Tonnen Hilfsgütern ins Feindesland.

In der Geschichte der bewaffneten Konflikte ist dies ein einmaliger Vorgang, wie der Experte Richard Kemp, ein früherer Kommandeur der britischen Armee und Buchautor, bestätigt. im

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Unterstützung für Hamas in Gaza sinkt weiter

Eine palästinensische Studie zeigt wachsende Distanz zu der Terrororganisation und mehr Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung. Eine große Mehrheit lehnt die Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026

Israel

Vor Schicksalswahl: Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten

Ex-Generalstabschef Eisenkot wirft Benjamin Netanjahu vor, die Kriegsziele im Gazastreifen verfehlt zu haben. Sollte er Regierungschef werden, kündigt er einen klaren Zeitplan an

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Wirtschaft

Käsekrise

Was nach einem Lieferengpass im Supermarkt aussieht, steht für ein großes Problem. Weil ausländische Techniker Israel meiden, stehen immer häufiger Maschinen still

von Sabine Brandes  15.10.2026

Diplomatie

Kolumbien verlegt Botschaft nach Jerusalem

Unter dem linken Präsidenten Petro brach Kolumbien die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Nun schlägt die neue Regierung einen anderen Kurs ein

 15.10.2026

Luftfahrt

Wie sicher sind Israel-Flüge?

Nach dem vereitelten Anschlag an Bord einer flydubai-Maschine werden immer mehr gravierende Sicherheitslücken bekannt

von Sabine Brandes  14.10.2026

Meldungen

Studium, Korruption, Aquädukt

Kurznachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.10.2026