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Streik, Ehre, Tragödie

»Keine Gewalt gegen Frauen«: Demo in Tel Aviv Foto: Flash90

Streik
Den internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt an Frauen haben die Israelis am Montag mit einem Streik begonnen. 13 Minuten lang legten sie sämtliche Arbeit nieder, um der 13 israelischen Frauen zu gedenken, die seit Jahresbeginn ermordet worden sind. Viele Gebäude im ganzen Land waren mit roten Lichtern angestrahlt, darunter die Stadtverwaltung in Tel Aviv und die Saiten-Brücke in Jerusalem. Der Chef der Zentrumsunion Blau-Weiß, Benny Gantz, forderte in der Knesset, praktische Lösungen zu finden, um häusliche Gewalt zu bekämpfen. »Wir haben alle die schockierenden Zahlen gesehen. Doch wir müssen uns klarmachen, dass diese Statistiken lediglich Werkzeug zur Verdeutlichung sind. Hinter den Zahlen aber stehen Menschen. Wir werden ein besseres Land sein, wenn wir Lösungen finden.«

Gruß
Wenn auch in etwas holprigem Englisch, so doch nicht minder herzerwärmend: Der iranische Judoka Saeid Mollaei hat seinem israelischen Sportskollegen per Instagram Glück gewünscht und ihm versichert, dass die beiden Freunde sind. Sagi Muki hatte dem Iraner kurz zuvor geschrieben, dass er ihm Glück für das kommende Match wünsche. »Dies ist ein Triumph des Sports über die Politik.« Mollaei war am Wochenende zum ersten Mal für das »Grand Slam Osaka«-Flüchtlingsteam angetreten. Im August hatte das Regime in Teheran den Sportler aufgefordert, bei den Weltmeisterschaften in Tokio nicht gegen seinen israelischen Gegner Muki anzutreten und dafür das Halbfinale absichtlich zu verlieren. Man bedrohte sogar seine Familie im Iran. Mollaei war daraufhin nach Deutschland geflohen und hatte Asyl beantragt.

Ehre
Zwar gibt es kein Geld, doch dafür umso mehr Ehre. Die Hafenstadt Aschdod hat in diesem Jahr die Auszeichnung »umweltfreundlichste Mittelmeerstadt« der Vereinten Nationen erhalten. Im Mai waren Anrainer eingeladen worden, sich zu bewerben, wenn sie in den vier Bereichen Natur und Artenvielfalt, Stadtplanung, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Nachhaltigkeit sowie Überwachung Erfolge nachweisen können. Aschdod erfüllte die Kriterien. Die Preise werden am 4. Dezember in Italien vergeben. Bürgermeister Yehiel Lasri freut sich: »Wir sehen das Meer als eine der wichtigsten Ressourcen für unsere Stadt an und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, die Ziele in diesem Bereich zu erreichen.« Umweltminister Zeev Elkin erklärte dazu, dass Israel »fast komplett aufgehört hat, Müll und Gift im Mittelmeer zu entsorgen«. Auf Platz zwei und drei folgten die Städte Crikvenica in Kroatien und Hatay in der Türkei.

Hinweis
Er versichert, den Ort zu kennen, an dem die sterblichen Überreste des israelischen Spions Eli Cohen liegen, der in den 60er-Jahren in Syrien tätig war. Der syrische Flüchtling Khalid al-Hafidh, der heute in Neuseeland lebt, will dieses Wissen lukrativ verkaufen. Das berichten jetzt neuseeländische Medien. Er gibt an, der Sohn des damaligen Präsidenten Amin al-Hafiz zu sein und »der einzige Mensch auf der Welt, der dieses Wissen hat«. Angeblich sei er in Verhandlungen mit dem israelischen Geheimdienst, der wolle jedoch nicht zahlen. Cohens Witwe Nadia habe sich nach den Berichten sogar direkt an dem Mossad gewandt, um Antworten zu erhalten. Der Spion, über den es seit Kurzem eine erfolgreiche Netflix-Serie gibt, war enttarnt und 1965 vom syrischen Geheimdienst umgebracht worden.

Produkte
Zwei israelische Unternehmen sind in die begehrte Liste »Beste Erfindungen 2019« des »Time Magazine« aufgenommen worden: das »Genny« von Watergen, das aus Luftfeuchtigkeit Trinkwasser herstellt, und »MyEye2« von OrCam, eine Art sprechende Brille. Damit können sich sehbehinderte Menschen oder jene mit Lese- und Rechtschreibstörung Bücher und ausgewählte Texte vorlesen lassen. MyEye2 ist ein Gerät mit Kamera, das auf jedes Brillengestell gesetzt werden kann. Amnon Shashua, Mitbegründer und Vorsitzender von OrCam, sagte: »Wir fühlen uns geehrt, dass unsere Entwicklung, die das Leben von Menschen verbessert, vom Time Magazine anerkannt wird.« Die Firma Watergen unterzeichnete im Oktober ein Abkommen mit der Regierung von Usbekistan für Geräte im ganzen Land.

Tragödie
In Netanja hat sich am vergangenen Freitag eine Tragödie abgespielt. Zwei Kleinkinder im Alter von drei und fünf Jahren starben bei einem Wohnhausbrand. Sechs Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Sicherheitskräfte war das Feuer im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Eine improvisierte elektrische Verbindung habe für einen Kurzschluss und dann zu dem Feuer geführt. Als Feuerwehrmänner die Kinder aus dem Haus retteten, lebten beide noch, erlagen ihren schweren Verletzungen jedoch kurze Zeit später im Krankenhaus.

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