Milliardäre

Steinreich

Zehn Israelis haben es mit ihrem Vermögen auf die neue Liste des Wirtschaftsmagazins Forbes geschafft

von Sabine Brandes  20.07.2010 11:32 Uhr

Die zehn reichsten Israelis: Stef Wertheimer, Benny Steinmetz, Arnon Milchen (links, von oben); Yitzak Tshuva, Lev Leviev, Michael Federmann (Mitte, von oben); Alexander Mashkevich, Morris Kahn, Schari Arison, Sammy Ofer (rechts, von oben) Foto: Frank Albinus

Zehn Israelis haben es mit ihrem Vermögen auf die neue Liste des Wirtschaftsmagazins Forbes geschafft

von Sabine Brandes  20.07.2010 11:32 Uhr

Der eine liebt dicke Tanker, der nächste Hollywoodfilme, wieder ein anderer sammelt Immobilien in New York City oder Diamanten. Und die einzige Frau in der Riege setzt neuerdings auf Wassersparen. Die reichsten zehn Israels können es sich leisten, ausgefallene Hobbys zu haben. Mag sein, dass auch sie durch die Finanzkrise Verluste hinnehmen mussten, dennoch haben sie es alle auf die Forbes‐Liste der Milliardäre 2010 geschafft, zusammen mit 793 anderen Steinreichen dieser Welt. Die Wohlhabensten des Heiligen Landes gehören heute zu den größten Machern in Nahost, ihr Einfluss reicht in alle Welt, doch die meisten von ihnen haben mit nichts als einem starken Willen begonnen. Und ihre Imperien auf einem Stückchen Sand im Ödland von Palästina gebaut. Zehn Erfolgsgeschichten.

Sammy Ofer
Mit vier Milliarden Dollar ist Sammy Ofer (88) der reichste Israeli überhaupt. Sein Erfolg ist die klassische Tellerwäschergeschichte, nur dass Ofer Botenjunge für eine Schiffsgesellschaft war. So hatte es tatsächlich 1922 begonnen, als die Familie aus Rumänien nach Palästina einwanderte. Der Selfmade‐Milliardär hat sein Vermögen mit Schiffslinien, Bankgeschäften und Immobilien gemacht, 1950 sein erstes eigenes Schiff gekauft. Dem Vater von zwei Söhnen gehört unter anderem die Zim Israel Navigation sowie die Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean. Im vergangenen Jahr wurde Ofer von der Königin von England für seine wohltätigen Verdienste zum Ritter geschlagen.

Arnon Milchen
3,6 Milliarden Dollar nennt der in Tel Aviv geborene Arnon Milchen sein Eigen. Eigentlich war er professioneller Fußballspieler. Doch dann machte er aus dem Düngemittelunternehmen seines Vaters eine Goldgrube. Heute verdient er sein Geld mit Investitionen in Landwirtschafts‐ und Pharmaunternehmen, der Luftfahrt und anderem. Mit seiner Firma New Regency avancierte er zudem zum Produzenten großer Hollywoodfilme, wie »Pretty Woman«, »Mr. and Mrs. Smith« und »Fight Club«. Der 66‐Jährige ist ein vehementer Unterstützer Israels, jüngst gründete er ein Anti‐Terrorunternehmen.

Stef Wertheimer
Mehr als für seine Milliarden ist Stef Wertheimer für seine Wohltätigkeit bekannt. Geboren wurde er in Deutschland, floh 1937 vor dem Holocaust nach Palästina. Hier begann er schon mit 16 in einem Kameraladen zu arbeiten. Seine Liebe für Werkzeuge und Technik zahlte sich aus: 1952 eröffnete er in seinem Garten in Nahariya Iscar eine kleine Werkzeugfirma, 2006 verkaufte er 80 Prozent der Anteile an Warren Buffet für satte vier Milliarden Dollar, heute sind davon noch etwa 3,5 Milliarden Dollar übrig. Seitdem widmet sich Wertheimer ganz sozialen Projekten. Vor allem baut er Industrieparks in Israel und der ganzen Welt auf, die besondere Möglichkeiten für Minoritäten bieten.

Schari Arison
Die Bankbesitzerin ist die einzige Israelin, die es auf die Forbes‐Liste geschafft hat. Dafür ist die 52‐Jährige aber auch die reichste Frau des gesamten Nahen Ostens. Ihr Vermögen (3,4 Milliarden Dollar) hat die Mutter von vier Kindern allerdings nicht selbst erarbeitet, sondern von ihrem Vater Ted Arison geerbt, aber Schari passt gut auf die Bank Hapoalim auf. Neuerdings setzt sie mit ihrer Firma Miya auf wassersparende Technologien.

Alexander Mashkevich
Der 56‐Jährige reist zwar gern mit seinem israelischen Pass, hat auch noch die kasachische Staatsbürgerschaft, lebt aber wohl in verschiedenen Residenzen – nur nicht in Erez Israel. Alexander Mashkevich hat gemeinsam mit Freunden ein Minen‐ und Metallimperium in Kasachstan aufgebaut und so schätzungsweise 3,3 Milliarden zusammengebracht. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Yitzak Tshuva
Der Selfmade‐Unternehmer hat immerhin noch 2,1 Milliarden auf dem Konto und eine Schwäche für schicke Immobilien in New York City. Mit seiner El‐Ad‐Gruppe gehören ihm manche der prestigeträchtigsten Liegenschaften, unter anderem sein Kronjuwel, Manhattan’s Plaza Hotel. Dazu kontrolliert der 57 Jahre alte Vater von fünf Kindern mit seinem Unternehmen Delek über 200 Tankstellen in Israel. Tshuva lebt in Netanya.

Benny Steinmetz
Auch er hat das Geld nicht selbst erarbeitet, sondern geerbt, aber vergrößert das Vermögen stetig: Benny Steinmetz kommt derzeit auf 1,7 Milliarden Dollar. Gemacht hat es einst sein Vater mit Minen, in denen hauptsächlich Diamanten gesucht und gefunden wurden. Außerdem lässt der 50‐jährige Benny heute nach Kupfer und Kobalt graben.

Lev Leviev
Der 1956 in Taschkent geborene Leview ist jüngst in den Schlagzeilen gelandet, nicht weil er so viel Dollar hat, sondern so viele Schulden. Forbes geht dennoch davon aus, dass es der neunfache Vater nach wie vor auf 1,5 Milliarden Dollar Vermögen bringt. Begonnen hatte der Selfmade‐Mann einst als Diamantenschleifer, heute lebt er in London und ist Eigentümer von Africa‐Israel‐Investments, einem der größten Lieferanten und Schleifer der Glitzersteine weltweit.

Michael Federmann
Er hat vor Jahren mit einem Hostel in Tel Aviv begonnen. Mittlerweile ist Michael Federmann (66) um 1,4 Milliarden Dollar reicher und Eigentümer von Federman Enterprises. Dazu gehört ihm die Dan‐Hotel‐Kette, die neuerdings sogar nach Indien expandiert. Der Milliardär lebt noch immer in seiner Lieblingsstadt Tel Aviv.

Morris Kahn
Mit einer Milliarde hat er es gerade noch auf die Liste geschafft: Morris Kahn. Dem 80‐Jährigen gehört Amdocs, eine Firma, die Software für Telecom‐Unternehmen herstellt. Seit dem Verkauf der Anteile lebt er die meiste Zeit des Jahres auf seiner Luxusjacht vor der Küste Israels und setzt sich für soziale Belange ein. Seinen Kindern will er gute Werte vermitteln. Offenbar mit Erfolg: Sohn Benjamin, ein Meeresbiologe, ist gerade vom TIME Magazin zum Umwelthelden gekürt worden.

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