Technologie

Start-up gegen Goliath

Doppelte Kamera beim iPhone 8 Plus Foto: dpa

Das israelische Start-up Corephotonics Ltd. will sich nichts gefallen lassen. Auch nicht, wenn dies bedeutet, es mit Apple aufnehmen zu müssen. Die Tel Aviver Firma hat beim Bezirksgericht im kalifornischen San José Klage gegen den iPhone-Hersteller wegen Patentrechtsverletzung eingereicht.

Die Tel Aviver argumentieren, dass Apple vier ihrer Patente für die Technologie in deren iPhone-Modellen 7 Plus und 8 Plus benutzt habe. Genauer gesagt geht es dabei um die doppelte Kamera in den Mobiltelefonen, die dafür sorgt, dass es beim Zoomen keinen Qualitätsverlust gibt. Angeblich habe Apple diese von Corephotonics kopiert – ohne jegliche Erlaubnis oder Lizenz.

Laut eigener Aussage hatten die Israelis ihre Technologie Apple vor einer Weile angeboten. Die lobten sie zunächst über den grünen Klee, wollten sie jedoch nicht kaufen, heißt es in einem Fernsehbericht des Kanals 2 zu den Inhalten der Klageschrift.

Patent Nach einer gescheiterten Verhandlungsrunde über eine Lizenz habe der Vertreter der Amerikaner sogar Verachtung für die Patente ausgedrückt und gegenüber Corephotonics-Geschäftsführer David Mendlovic geäußert, dass man sie einfach nutzen könne. Denn selbst wenn es eine Patentrechtsverletzung gäbe, würde es bei einer Klage Jahre dauern und Millionen kosten, bis Apple überhaupt etwas zahlen müsste.

Die Israelis ließen sich dennoch nicht abschrecken und zogen vor Gericht. Vertreten wird die Firma durch die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan. Die hatte bereits Samsung bei deren Klagen gegen den amerikanischen Technologie-Riesen juristisch beraten. Samsung gehört zur Investorenriege von Corephotonics.

Das israelische Unternehmen, das 2012 gegründet wurde, bezeichnet sich als Pionier auf dem Gebiet der dualen Kamera-Technologie für Mobiltelefone. Der Chef, David Mendlovic, der eine Professur an der Tel Aviver Universität innehat, hat jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Optik. Apple hat sich bislang noch nicht zur Klage geäußert.

Hintergrund

Kampf um den mächtigen Sessel

Ohana raus, Lapid rein? Die Opposition will den Knessetpräsidenten austauschen. Es geht um weit mehr als einen repräsentativen Posten

von Sabine Brandes  02.11.2026

Regierungsbildung in Israel

Präsident Herzog will erst mit kleinen Parteien sprechen

Präsident Isaac Herzog beginnt am Mittwoch mit den Konsultationen zur Regierungsbildung

 02.11.2026

Wirtschaft

Wahlkater an der Börse

Die Hoffnung auf einen politischen Wandel in Israel ließen Aktien und Schekel zunächst steigen. Doch das Ergebnis schürt die Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.11.2026

Wahlen

»Wie schwarz muss eine Seele sein …«

Rechte Demonstranten machen am Sonntagabend bei einem Protest vor dem Wohnhaus des Politikers Gadi Eisenkot den Tod seines Sohn zum Gegenstand der Hetze

von Sabine Brandes  02.11.2026

Westbank

Israels Armee zieht aus Hebron ab

Elf Tage nach Beginn des Anti-Terror-Einsatzes haben sich die israelischen Truppen zurückgezogen

 02.11.2026

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026