Jerusalem

So beurteilen Israelis die Lage ihres Landes

Foto: imago

Israelis bewerten die Gesamtlage ihres Landes offenbar zunehmend negativ. Für jeden fünften Bewohner ist sie »gut« oder »sehr gut«, während fast die Hälfte (48,5 Prozent) sie als »schlecht« oder »sehr schlecht« bezeichnet, wie aus dem am Dienstag vorgelegten Demokratie-Index hervorgeht.

Für 58 Prozent ist die Demokratie in Gefahr - ein Wert, der nur 2022 höher (59 Prozent) lag, wie es in dem vom Israel Democracy Institute vorgelegten Index heißt. Dabei ist die Sorge um die Demokratie unter Bürgern in der politischen Mitte oder der Linken deutlich höher (94 Prozent) als bei rechtsgerichteten Israelis (38 Prozent).

Als herausragendste Institution gelten laut Index die Verteidigungsstreitkräfte (77 Prozent). Der Wert war im Mai zwar auf 69 Prozent gesunken, stieg aber nach militärischen Erfolgen gegen die Terrororganisationen Hamas und die Hisbollah wieder deutlich an.

Dagegen lag das Vertrauen in die Polizei bei nur 37 Prozent, möglicherweise als Folge ihrer Maßnahmen gegen Proteste, die gegen die Regierung gerichtet waren, so die Autoren der Studie. Noch niedriger lag das Vertrauen in das Parlament, die Knesset, und in die Regierung des Landes, das einen Tiefstand von 13 beziehungsweise 19 Prozent erreichte.

Dagegen ist das Ansehen des von der aktuellen Regierung häufig angegriffenen Obersten Gerichtshofs deutlich größer als das der beiden anderen Gewalten. Dennoch sind zwei Drittel der Bürger der Meinung, dass Israel immer noch ein guter Ort zum Leben sei.

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich von Israel entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026

Washington

US-Vize Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Aus der israelischen Regierung wird Kritik laut – nicht nur am Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, sondern auch an Präsident Trump. Dessen Vize kann mit damit allerdings gar nichts anfangen

 18.06.2026

BDS

Boykottversuch gegen israelische Stadtbahn gescheitert

Eine spanische Gewerkschaft fordert von der Firma CAF, die Arbeiten an den Tel Aviver Wagen einzustellen. Doch die weigert sich standhaft

von Sabine Brandes  18.06.2026

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026