Jom Haschoa

Sirenen zum Gedenken

Am Vormittag hat Israel der Schoa-Opfer gedacht Foto: copyright (c) Flash90 2021

Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht. Am Vormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Auf den Straßen blieben die Autos stehen, Menschen verharrten in stillem Gedenken. Anschließend begannen in dem Land zahlreiche Gedenkverstaltungen.

In Israel leben nach offiziellen Angaben noch 174.500 Überlebende. 83 Prozent von ihnen sind älter als 80 Jahre, 18 Prozent über 90. Mehr als 900 Holocaust-Überlebende in Israel sind über 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter liegt bei 84,5 Jahren, wie die zuständige Behörde vor dem Gedenktag mitteilte.

Pandemie Staatspräsident Reuven Rivlin hatte am Mittwochabend bei einer Zeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gesagt, 900 Holocaust-Überlebende in Israel seien »als direktes Ergebnis« der Corona-Pandemie gestorben. »Sie haben die Ghettos und Todeslager überlebt, die Einwandererschiffe und die Internierungslager«, sagte Rivlin.

Den letzten Kampf ihres Lebens hätten sie jedoch »verstört und isoliert, hinter Masken und Schutzhandschuhen, sich nach Kontakt sehnend, aber von ihren geliebten Menschen getrennt« geführt. »An diesem Abend sind unsere Herzen mit ihnen und ihren Familien.«

Wegen der fortwährenden Corona-Krise soll der »Marsch der Lebenden«, bei dem sonst junge Juden aus aller Welt von Auschwitz nach Birkenau gehen, virtuell stattfinden. Am Donnerstagnachmittag waren eine Online-Gedenkveranstaltung und ein 3-D-Marsch geplant. Auschwitz war das größte der deutschen Vernichtungslager in der NS-Zeit.

Junge Deutsche, die freiwillig in der israelischen Behindertenhilfe Adi arbeiten, nahmen am Mittwoch an einer Gedenkveranstaltung mit Holocaust-Überlebenden in der Negev-Wüste im Süden des Landes teil. dpa

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist die Chance für den Nahen und Mittleren Osten

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  31.03.2026

Krieg

Israel geht von Sturz der iranischen Führung aus

Vom Iran geht laut Israels Regierungschef Netanjahu derzeit keine existenzielle Bedrohung mehr für Israel aus. Er sagt, Irans Führung sei »schwächer denn je«

 31.03.2026

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026

Meinung

Nein, und nochmals nein!

Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums

von Esther Schapira  31.03.2026

Libanon

Zerstörung von Grenzdörfern soll Bedrohung durch Terror beenden

Israels Verteidigungsminister Katz kündigt drastische Maßnahmen im Süden des nördlichen Nachbarlandes an. Von dort aus erfolgen seit Jahren Angriffe der Hisbollah

 31.03.2026

Israel

Übergriff, Löwen, Haushalt

Kurznachrichten

von Sabine Brandes  31.03.2026

Knesset-Beschluss

Reaktionen auf das Gesetz zur Todesstrafe

Rechte israelische Politiker feiern und die USA respektieren die Entscheidung. Scharfe Kritik kommt von Teilen der Opposition in Jerusalem und aus Europa

 31.03.2026

Israel

»Hoffentlich der letzte Krieg«

Der militärische Konflikt mit dem Iran dauert an. Wir haben nachgefragt, wie Israelis diese schwierige Zeit zu Pessach erleben

von Sabine Brandes  31.03.2026