USA/Israel

»Sind bald fertig«

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und US-Nahost-Berater Jared Kushner (r.) bei einem Gespräch am 22. Juni 2018 in Jerusalem Foto: Flash 90

US-Nahostberater Jared Kushner hat in einem Interview mit der palästinensischen Zeitung »Al Kuds« angekündigt, der seit Längerem angekündigte Friedensplan der US-Administration werde »bald« veröffentlicht: »Wir sind so gut wie fertig«, sagte der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.

Vorwürfe Gleichzeitig erhob Kushner schwere Vorwürfe gegen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Abbas habe den ausstehenden Friedensplan von vorneherein abgelehnt, kritisierte Kushner: »Präsident Abbas sagt, er sei dem Frieden verpflichtet – und ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben«, sagte der Nahost-Berater.

Allerdings stelle er infrage, inwieweit Abbas willens oder in der Lage sei, eine Friedensvereinbarung abzuschließen. Seit 25 Jahren halte Abbas an den gleichen Formulierungen fest, ohne sich inhaltlich zu bewegen. Abbas und andere palästinensische Offizielle wiederum haben Kushner und der US-Administration vorgeworfen, die Positionen Israels vollständig zu übernehmen und eine Vereinbarung voranzutreiben, die keinen unabhängigen Palästinenserstaat vorsieht.

Gespräche In der vergangenen Woche hatten Kushner und Jason Greenblatt, der Nahost-Sondergesandte von US-Präsident Trump, Gespräche in Israel, Ägypten, Katar und Saudi-Arabien über die Möglichkeiten eines Friedensschlusses zwischen Israel und den Palästinensern geführt.

Die arabischen Führer hätten betont, dass sie einen Palästinenserstaat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt wünschten, sagte Kushner in dem Interview. Abbas befürchte möglicherweise, das palästinensische Volk werde den Plan »lieben«, wenn er veröffentlicht werde, so der Nahost-Berater. ag

Jerusalem

Großeltern umgebettet: Theodor Herzls letzter Wille ist erfüllt

Die Überreste von Schimon und Rikva Herzl, Vorfahren väterlicherseits des Zionismus-Begründers und prägende Gestalten in Theodor Herzls Jugend, wurden von Serbien nach Israel überführt und auf dem Herzlberg beigesetzt

 06.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 06.08.2026

Gaza

IDF-Chef Zamir: Jeder Verantwortliche für die Massaker vom 7. Oktober wird zur Rechenschaft gezogen

Die Jagd auf die beteiligten Terroristen sei »eine dauerhafte und fortlaufende Aufgabe, die das Kommando mit großem Erfolg erfüllt«, sagt der Generalstabschef

 06.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 06.08.2026

Gesellschaft

Misstrauen vor der Wahl

72 Prozent der jüdischen Israelis fürchten, dass die Parlamentswahl im Oktober beeinträchtigt werden könnte

von Sabine Brandes  06.08.2026

Magdeburg/Halle

Schulze: Hallervorden-Auftritt steht für Meinungsfreiheit

Der Komiker verbreitet Verschwörungstheorien über Israel und relativiert Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

 06.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  06.08.2026

Wahlkampf

Who’s who in Jerusalem?

Israels Parteien buhlen nicht nur um potenzielle Wähler, sondern auch um mögliche Bündnisse

von Sabine Brandes  06.08.2026

Jerusalem

Ehemalige Likud-Politiker Erdan und Edelstein gründen neue Partei

Eine konservative Alternative zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollen die Gründer bieten. Haben sie Chancen auf Erfolg?

 06.08.2026