Klage

Siedler gegen Schriftsteller

Streitlustig: Amos Oz Foto: dpa

Eine regionale Siedlervereinigung hat gegen den Schriftsteller Amos Oz Klage wegen Verleumdung und Aufwiegelung eingereicht. Auf einer Veranstaltung in Tel Aviv hatte Oz gesagt, Worte wie »Hügeljugend« oder »Preisschild« seien bloße Euphemismen für ein Phänomen, das endlich als das bezeichnet werden müsse, was es sei: »hebräische Neonazi-Gruppen«.

Deswegen erstattete der Samaria-Siedlerrat Anzeige. Der bekannte Autor hatte die Aussage nach den jüngsten Vorfällen in der jüdischen Siedlung Yizhar gemacht. Die für ihre extremistischen Ansichten bekannten Bewohner hatten in Foren darüber diskutiert, ob es in Ordnung sei, israelische Soldaten zu töten.

Steinewerfen Vor wenigen Tagen war Yizhar-Bewohnerin Eliraz Fein festgenommen worden, nachdem sie im Internet ihre Weltsicht mitgeteilt hatte: »Ich bin für das Steinewerfen in manchen Fällen (gegen Juden; natürlich ist es keine Frage, wenn es um Araber geht), auch wenn es den Tod eines Soldaten mit sich bringt!!!« Seit einigen Wochen erschüttert eine Welle von Angriffen gegen Palästinenser und deren Einrichtungen das Land.

Auf der Tel Aviver Veranstaltung zu seinem 75. Geburtstag hatte Oz erklärt, der seiner Meinung nach einzige Unterschied zwischen Neonazi-Gruppen überall auf der Welt und solchen in Israel sei der, »dass unsere Neonazi-Gruppen die Unterstützung von vielen nationalistischen oder sogar rassistischen Gesetzgebern genießen. Und auch von Rabbinern, die ihnen, wie ich es sehe, eine pseudo-religiöse Rechtfertigung liefern«. Der Vorsitzende des Samaria-Rates erklärte daraufhin, Oz verdiene für seine Aussagen einen Nobelpreis – »den Nobelpreis für Rassismus«.

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet«

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026

Karlsruhe

Bekennervideo aufgetaucht: Hamas plante konkreten Anschlag in Europa

Seit Herbst letzten Jahres hatte die Bundesanwaltschaft insgesamt neun Anhänger der Hamas festnehmen lassen

 16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026