Klage

Siedler gegen Schriftsteller

Streitlustig: Amos Oz Foto: dpa

Eine regionale Siedlervereinigung hat gegen den Schriftsteller Amos Oz Klage wegen Verleumdung und Aufwiegelung eingereicht. Auf einer Veranstaltung in Tel Aviv hatte Oz gesagt, Worte wie »Hügeljugend« oder »Preisschild« seien bloße Euphemismen für ein Phänomen, das endlich als das bezeichnet werden müsse, was es sei: »hebräische Neonazi-Gruppen«.

Deswegen erstattete der Samaria-Siedlerrat Anzeige. Der bekannte Autor hatte die Aussage nach den jüngsten Vorfällen in der jüdischen Siedlung Yizhar gemacht. Die für ihre extremistischen Ansichten bekannten Bewohner hatten in Foren darüber diskutiert, ob es in Ordnung sei, israelische Soldaten zu töten.

Steinewerfen Vor wenigen Tagen war Yizhar-Bewohnerin Eliraz Fein festgenommen worden, nachdem sie im Internet ihre Weltsicht mitgeteilt hatte: »Ich bin für das Steinewerfen in manchen Fällen (gegen Juden; natürlich ist es keine Frage, wenn es um Araber geht), auch wenn es den Tod eines Soldaten mit sich bringt!!!« Seit einigen Wochen erschüttert eine Welle von Angriffen gegen Palästinenser und deren Einrichtungen das Land.

Auf der Tel Aviver Veranstaltung zu seinem 75. Geburtstag hatte Oz erklärt, der seiner Meinung nach einzige Unterschied zwischen Neonazi-Gruppen überall auf der Welt und solchen in Israel sei der, »dass unsere Neonazi-Gruppen die Unterstützung von vielen nationalistischen oder sogar rassistischen Gesetzgebern genießen. Und auch von Rabbinern, die ihnen, wie ich es sehe, eine pseudo-religiöse Rechtfertigung liefern«. Der Vorsitzende des Samaria-Rates erklärte daraufhin, Oz verdiene für seine Aussagen einen Nobelpreis – »den Nobelpreis für Rassismus«.

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Israel nach der Wahl

Wahlprüfung in Israel abgeschlossen - Streit geht weiter

Das Wahlkomitee in Israel sieht keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mit Folgen für das Ergebnis. Dennoch spitzt sich der Streit zwischen der bisherigen Regierung und der Opposition gefährlich zu

 04.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  03.11.2026

Hintergrund

Kampf um den mächtigen Sessel

Ohana raus, Lapid rein? Die Opposition will den Knessetpräsidenten austauschen. Es geht um weit mehr als einen repräsentativen Posten

von Sabine Brandes  02.11.2026

Regierungsbildung in Israel

Präsident Herzog will erst mit kleinen Parteien sprechen

Präsident Isaac Herzog beginnt am Mittwoch mit den Konsultationen zur Regierungsbildung

 02.11.2026

Wirtschaft

Wahlkater an der Börse

Die Hoffnung auf einen politischen Wandel in Israel ließen Aktien und Schekel zunächst steigen. Doch das Ergebnis schürt die Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.11.2026

Wahlen

»Wie schwarz muss eine Seele sein …«

Rechte Demonstranten machen am Sonntagabend bei einem Protest vor dem Wohnhaus des Politikers Gadi Eisenkot den Tod seines Sohn zum Gegenstand der Hetze

von Sabine Brandes  02.11.2026