Diplomatie

Sie sprechen wieder miteinander

Unermüdlicher Einsatz: US-Außenminister John Kerry ist es nach Jahren des Stillstands geglückt, die Voraussetzungen für Nahost-Friedensverhandlungen zu schaffen. Foto: Flash 90

Es gibt Lob von allen Seiten. Israel und die Palästinenser wollen wieder über Frieden reden. Durch seinen außerordentlichen Einsatz hatte es US-Außenminister John Kerry geschafft, die verfeindeten Seiten wieder an einen Tisch zu bringen. Schon in der nächsten Woche könnten die direkten Gespräche beginnen, die drei Jahre stillgestanden hatten.

Sowohl Premierminister Benjamin Netanjahu wie auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatten letztendlich ihre Vorbedingungen aufgegeben, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Aus israelischen Quellen hieß es, dass sie neun bis zwölf Monate dauern könnten. Israel soll durch die Justizministerin Zipi Livni und den Gesandten Netanjahus, Yitzhak Molcho, vertreten werden. Die Palästinenser schicken ihren Chefunterhändler Saeb Erekat.

Verbrechen Am Samstag verkündete Minister Yuval Steinitz, dass Israel bereit sei, eine große Anzahl palästinensischer Gefangener freizulassen, die bereits seit langen Jahren in den Gefängnissen sitzen. Viele von ihnen würden für »schwerwiegende Verbrechen« festgehalten, so Steinitz.

Israels Präsident Schimon Peres sprach am Sonntag mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und lobte ihn für die mutige und historische Entscheidung. »Es gibt keine Alternative zum Frieden, nicht für uns - und nicht für euch. Hört nicht auf die Skeptiker, ihr habt das Richtige getan. Wir wollen sehen, dass sich unsere zwei Völker auf den korrekten Weg begeben.« Abbas antwortete, dass es nun Hoffnung gebe. »Wir bauen weiter an der Zukunft und wollen ein gutes Ende sehen.«

Auch für Netanjahu hatte der Präsident Worte der Anerkennung: »Er hat den historischen Ruf gehört.« Der Regierungschef selbst erklärte, die Wiederaufnahme der diplomatischen Verhandlungen zu dieser Zeit sei von großer strategischer Bedeutung. »Es ist wichtig, den Konflikt mit den Palästinensern zu einem Ende zu bringen. Auch im Hinblick auf die Herausforderungen, vor allem durch den Iran und Syrien.«

Durchbruch Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte: »Das kann der erste Schritt zu einem Durchbruch nach dem Stillstand im Nahostfriedensprozess in den letzten Jahren sein. Ich wünsche mir, dass die Verhandlungen nun tatsächlich zügig beginnen. Das ist eine historische Chance, die von beiden Seiten mit Mut und Entschlossenheit genutzt werden sollte. Deutschland wird den Verhandlungsprozess mit seinen europäischen Partnern nach Kräften unterstützen.«

Die Armee und der Inlandsgeheimdienst Israels sehen den wieder aufgelebten Friedensprozess ebenfalls positiv. Er schaffe auf den palästinensischen Straßen ein Gefühl der Sicherheit und stärke die palästinensische Autonomiebehörde unter Abbas. Allerdings warnten die Sicherheitsbehörden gleichzeitig vor der Gefahr von Terroranschlägen durch Extremisten, die dadurch einen Frieden verhindern wollen.

Das größte Lob von allen erhielt der Vermittler Kerry selbst. Peres sprach ihm seinen besonderen Dank aus und betonte: »Es war eine fantastische Arbeit. Keine Angelegenheit war zu unwichtig für ihn. Jetzt ist ein Anfang geschaffen, und wir müssen diesen Moment nutzen.«

Gesundheit

Fühl den Schmerz!

Eine Studie aus Israel zeigt: Wer sich auf eine Entzündung konzentriert, kann die Reaktion des Körpers abschwächen

von Sabine Brandes  20.08.2026

Wahlkampf

Arabischer Dreierpakt für die Knessetwahl

Chadasch, Ta’al und Balad bilden eine neue Union ohne Ra‘am. Laut Umfragen wird die Regierungsbildung ohne arabische Beteiligung schwierig

von Sabine Brandes  20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Stabilisierungstruppe hat keinen Zugang zu Gaza erhalten

Israel blockiert vorerst den Einsatz einer internationalen Stabilisierungstruppe in Gaza. Die Regierung verlangt eine Entwaffnung der Hamas in Kombination mit einem Entfernen der Waffen aus Gaza. Zugleich warnen Sicherheitsvertreter vor einer möglichen politisch motivierten Eskalation vor der Wahl

 20.08.2026

Tourismus

Wenn Akko leuchtet

Mit einer Lichtershow will die Hafenstadt im Norden Israels mehr Besucher anlocken

von Sabine Brandes  20.08.2026

Lod

Personalmangel am Flughafen Ben Gurion führt zu Gepäckchaos und Verspätungen

Mitarbeiter sagen, es gebe nicht genügend Manpower. Die Flughafenbehörde verweist hingegen auf eine Kettenreaktion durch die starke Auslastung, die Präsenz von Tankflugzeugen der USA sowie ungewöhnlich viel Flugverkehr

 20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026