EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Jerusalem

Seltene Megilla einer 14-Jährigen

Esther-Rolle aus dem 18. Jahrhundert, illustriert von Luna Ambron Foto: The Israel Museum, Jerusalem by Laura Lachman

Nur wenige jüdische Manuskripte wurden im Laufe der Geschichte von Sofrot, professionellen Schreiberinnen, erstellt und sind heute in Museen und Bibliotheken zu bewundern. Umso mehr freut sich das Israel-Museum in Jerusalem, passend zu Purim »eine wunderschön illustrierte Esther-Rolle aus dem 18. Jahrhundert erhalten zu haben, die von einem 14-jährigen Mädchen illustriert wurde«, so Rachel Sarfati, Kuratorin am Israel-Museum.

Die Künstlerin war Luna, Tochter von Yehuda (Leone) aus der bürgerlichen jüdischen Familie Ambron. Die ursprünglich aus Spanien stammenden Ambrons ließen sich nach der Vertreibung in Rom nieder, wo sie zu einer der wohlhabendsten und prominentesten Familien im Ghetto wurden.

Privatsammlungen Die Megilla ist das erste hebräische Manuskript einer Soferet in der Sammlung des Museums. Tatsächlich sind weltweit nur zwei weitere von einer Frau signierte Esther-Rollen bekannt, die beide in Privatsammlungen aufbewahrt werden.

Durch die Ankunft der Schriftrolle zusammen mit einem Segensblatt, das zu Purim rezitiert wird und ebenfalls von Luna erstellt wurde, kann das Museum mehr über die Schreiberin und ihre Arbeit erfahren. »Es wird ein neues Licht auf die Rolle und Beteiligung der Frau im jüdischen Leben, der Kunst und religiösen Praktiken werfen«, so Sarfati.

Weltweit sind nur zwei weitere von einer Frau signierte Esther-Rollen bekannt.

Eine Illustration auf dem geschmückten Segensbogen zeigt Haman, der den auf einem Pferd sitzenden Mordechai anführt, während Musiker aufspielen. Dazu sind zwei Embleme zu sehen, jedes mit einem Löwen und einem Halbmond, dem Symbol der Familie Ambron.

Schneefall Purim wurde in diesem Jahr zumindest in einigen Teilen Israels bei Schneefall gefeiert. Damit die Wiederkehr des Winters den Straßenfeiern allerdings keinen Strich durch die Rechnung machte, zogen viele Orte die Partys und Paraden um einen Tag vor.

»In diesem Jahr werden wir Purim in den Schulen einen Tag früher feiern«, sagte Jerusalems Bürgermeister Moshe Lion. »Dies ist auf das erwartete stürmische Wetter und sogar auf Schnee zurückzuführen. Wir werden die Kinder aber nicht enttäuschen und mit Kostümen und fröhlichen Festen feiern.«

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026