Tel Aviv

Selfies im Fahrstuhl

Der erste Job nach der Uni ist aufregend. Das war auch für Schaked Zusman Soffer nicht anders. Als die Grafikdesignerin ihre erste Anstellung in Tel Aviv fand, war sie glücklich. Doch leider befand sich der Arbeitsplatz im 37. Stock eines der höchsten Gebäude in Israel. Und Schaked ist – gelinde gesagt – kein Fan von Fahrstühlen.

Um mit ihrer Höhenangst umzugehen, begann sie, Selfies von sich im Fahrstuhl des Bürogebäudes zu machen. Wie sie am Morgen nach oben fuhr und am Abend wieder herunter. An einigen Tagen ist sie mit einer Kollegin oder einem Kollegen zu sehen, an anderen mit einer ganzen Gruppe von Leuten, die herumalbern. Meist aber steht sie allein im Aufzug.

Selfie »Zuerst war es nur eine Ablenkung, und ich mag Selfies einfach. Also fand ich, das ist eine gute Idee«, erzählt Schaked. Am Anfang habe sie sich nicht viel dabei gedacht, »aber nach einer Weile wurde mir klar, dass ich aus den Selfies ein Video machen möchte«.

Als ihr Vorhaben im Büro die Runde machte, waren die Kollegen begeistert und gesellten sich gern zu ihr. Die Tel Aviverin hat ihren künstlerischen Umgang mit ihrer Furcht vor Fahrstühlen »Das erste Jahr in der Arbeit der Großen genannt«.

Herausgekommen ist ein charmantes Zeugnis aus dem Alltag junger Israelis. Der Clip ist, passend unterlegt, mit Dolly Partons Hit »Nine to five« auf YouTube zu sehen. Schaked macht noch immer Selfies im Aufzug. »Jeden Tag«, sagt sie und lacht. »Aber was ich damit machen werde, weiß ich noch nicht...«

www.youtube.com/watch?v=GPFPQqWNYZ4

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026