Religion

Schwerer Schritt zum Übertritt

Netanjahu will seine Koalition nicht gefährden. Foto: Flash 90

Der Übertritt zum Judentum ist selten ein einfacher Schritt. In Israel ist er oft sogar noch schwerer als in den meisten anderen Ländern. Der Grund dafür ist das Oberrabbinat, das ein Monopol für Konversionen in den Händen hält und sich standhaft weigert, die strikten Regeln auch nur um ein Jota zu lockern. Ein Gesetzesentwurf der Partei Hatnua von Justizministerin Zipi Livni schlägt vor, dies zu ändern.

Das neue Regelwerk sollte es möglich machen, in jedem städtischen Rabbinat überzutreten. Dadurch hätten Kandidaten die Möglichkeit, selbst einen Rabbiner auszusuchen. Denn oft verweigern die vom Oberrabbinat bestimmten Rabbiner den Anwärtern eine Konversion – in der Regel ohne Angabe von Gründen.

Konvertiten Besonders nichtjüdische Angehörige von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, die in Israel leben, hatten auf eine Erleichterung gehofft. Auch die Partei von Avigdor Lieberman, Israel Beiteinu, hatte sich stets dafür eingesetzt. Doch offenbar sind Regierungschef Benjamin Netanjahu dieser Tage Parteiklüngel wichtiger als das Seelenheil potenzieller Konvertiten.

Obwohl der Vorschlag von Hatnua bereits im Sommer mit der Unterstützung des Premiers erfolgreich durch die erste Lesung gekommen war, scheint er davon nun nichts mehr wissen zu wollen. Denn, so Insider, der Regierungschef wolle es sich mit den Religiösen nicht verderben. Das Oberrabbinat ist gegen jegliche Änderung, doch auch die nationalreligiöse Partei von Naftali Bennett, Beit Hajehudi, drohte bereits, im Falle von Netanjahus »Ja« aus der Regierung auszusteigen. Ohne deren zwölf Sitze allerdings würde die Koalition zerbrechen.

Springt Hatnua ab, könnte die Regierung indes weiterhin funktionieren. Der Initiator des Entwurfs, Elazar Stern von Hatnua, ist verärgert über die offensichtliche Richtungsänderung des Ministerpräsidenten. Vor Journalisten sagte er in Jerusalem: »Das Büro des Premierministers sagte mir zu, dass, sofort nachdem der Haushalt durch die Knesset ist, auch der Vorschlag zu den Konversionen durchgeht. Doch heute ist mir klar geworden, dass der Premier leider weder hinter seinem Wort noch hinter der Zukunft Israels als jüdischem Staat steht.«

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026