Fußball

Schnelles Aus

Der Traum der Europameisterschaft ist beendet. Für Deutschland definitiv, für Israel höchstwahrscheinlich. Bei der U21-Europameisterschaft in Israel schied das Team des DFB nach nur zwei Gruppenspielen aus, der Gastgeber hatte bis Redaktionsschluss zwar noch eine Chance – aber lediglich eine theoretische.

Die deutsche Elf hatte am Sonntagabend gegen Spanien mit 0:1 verloren. »Wir hatten uns viel mehr vorgenommen, die Enttäuschung ist nicht in Worte zu fassen«, so Mannschaftskapitän Lewis Holtby. »Aber die Spanier waren einfach besser als wir.« Damit waren sie schon vor dem Spiel am gestrigen Mittwoch gegen Russland chancenlos. DFB-Trainer Rainer Adrion hat nach dem vorzeitigen Aus einen Rücktritt ausgeschlossen. »Ich habe gerade meinen Vertrag um ein Jahr verlängert und werde nun ab August die neue U21 für die EM 2015 in der Tschechischen Republik aufbauen«, sagte der 59-Jährige nach dem verpassten Halbfinale.

profis Oranje schien im Vorfeld begriffen zu haben, worum es bei dem Turnier der U21-Kicker ging. »Wir sind hier bei einer Europameisterschaft, nicht im Kindergarten«, sagte der Trainer der Niederländer, Cor Pot, über zwölf Akteure in seinem Kader, die er aus dem A-Team mit nach Israel brachte. Es hat sich ausgezahlt: Als Zweiter aus der Gruppe B werden wahrscheinlich die Holländer mit sechs Punkten ins Halbfinale einziehen. Sie gewannen gegen Deutschland 3:2 und anschließend besiegten sie Russland 5:1.

Im Stadion in Netanya waren beim Match der Deutschen mehr als 10.000 Zuschauer anwesend, darunter die mit angereiste Delegation, angeführt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. In Israel ebenfalls dabei: Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, Günter Netzer und Otto Rehhagel.

Niersbach sagte: »Unsere Mannschaft hat alles gegeben, die Einstellung stimmte. Aber man muss neidlos anerkennen, dass Spanien die bessere Mannschaft war. Natürlich sind wir im Moment enttäuscht, aber ich bin überzeugt, dass wir aus diesem Team in Zukunft einige Spieler in der A-Mannschaft wiedersehen werden. Nach den Erfolgen in der Champions League haben wir bei diesem Turnier gesehen, dass auch in anderen Nationen starke Spieler nachkommen.«

Angeschlagen Doch auch die Israelis sind angeschlagen. Die Mannschaft unterlag bereits am Samstag gegen das italienische Team mit 4:0. Die Stimmung im Tel Aviver Bloomfield-Stadion bei der U21-EM der UEFA war bestens, doch die Israelis konnten die klar überlegenen Italiener einfach nicht bändigen.

Für die Sieger steht der Einzug ins Halbfinale damit schon jetzt fest. Trotz der drückenden Hitze und der Enttäuschung über das Ergebnis lobte Trainer Guy Luzon seine Elf: »Sie sind nicht verzweifelt, als sich das Spiel entwickelte. Dafür bin ich dankbar. Ein Problem mit Selbstbewusstsein haben wir jedenfalls nicht.«

»Wir werden unser Bestes gegen England in unserem letzten Gruppenspiel geben – egal, wie unsere Chancen aufs Weiterkommen aussehen«, machte Luzon klar. Nach dem Sieg Norwegens (3:1) über England hat Israel zwar noch eine Möglichkeit, ins Halbfinale einzuziehen, jedoch nur eine rechnerische. Derzeit dominiert Italien die Gruppe A.

yad vashem Die Zeit zwischen den Spielen hatte die DFB-Delegation der Fußball-Größen am Montag für einen Besuch in Yad Vashem in Jerusalem genutzt. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter Andreas Michaelis besuchten Netzer, Rehhagel, Niersbach sowie Vize-Präsident Rolf Hocke und DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig die Holocaust-Gedenkstätte und legten in der Halle der Erinnerungen einen Kranz nieder. DFB-Präsident Niersbach schrieb in das Gästebuch: »Dieser Besuch hier verstärkt die Betroffenheit und bestärkt die Entschlossenheit, alle Kraft einzusetzen, dass sich solch schreckliche Verbrechen niemals wiederholen.«

Bei dem Israel-Besuch stand außerdem die Erneuerung des »Memorandum of Understanding« mit dem israelischen Verband auf dem Programm. Netzer begründete bereits in den 70er-Jahren mit seinem Klub Borussia Mönchengladbach eine enge Freundschaft mit Israel – zu einem Zeitpunkt, an dem die diplomatischen Beziehungen noch in den Kinderschuhen steckten.

Verbundenheit Auch Matthäus, der in der Saison 2008/09 den israelischen Erstligaklub Maccabi Netanya trainierte, pflegt nach wie vor enge Beziehungen. »Anhand unserer Delegationsmitglieder sieht man unsere langjährige Verbindung und besondere Freundschaft zu Israel«, betonte Niersbach. »Und das möchten wir bei dieser Reise zum Ausdruck bringen.«

Der DFB hatte zudem mit einer besonderen Aktion seine Verbundenheit zum Gastgeber gezeigt. Das Team hatte sich vor seinem Auftaktspiel gegen die Niederlande in Petach Tikwa mit ganz besonderen T-Shirts aufgewärmt. Auf den blauen Trikots stand in hebräischen Lettern geschrieben: »Margischim Babait« (auf deutsch: »Wir fühlen uns wie zu Hause«). In Israel gilt das als höchstes Kompliment. DFB-Teammanager Joti Chatzialexiou erklärte die Spezial-Outfits so: »Mit den T-Shirts wollen wir unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen und uns bei den Israelis für die tolle Gastfreundschaft bedanken.«

Berlin

Zentralrat der Juden: Das Ende des Mullah-Regimes liegt in unserem nationalen Interesse

Zentralratspräsident Josef Schuster sieht in den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran die Chance, das Mullah-Regime endlich zu beenden

von Jürgen Prause  02.03.2026

Interview

»Dieses Regime darf keine Zukunft haben«

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour über die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran und die Maßnahmen, die Deutschland jetzt treffen sollte

von Michael Thaidigsmann  02.03.2026

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 02.03.2026

Israel

El Al bereitet Rückholaktion für gestrandete Passagiere vor

Alle Flüge sind gestrichen. El Al stoppt den Ticketverkauf, um zuerst Passagiere im Ausland nach Israel zurückzubringen

von Imanuel Marcus  02.03.2026 Aktualisiert

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Genuss

Kultivierter Rausch

Auch an Purim greifen viele Israelis zu heimischen Boutique-Weinen – die immer besser werden. Eine Entdeckungsreise zu kleinen Weingütern, wo Winzer mit Pioniergeist den Geschmack Israels neu definieren

von Sabine Brandes  02.03.2026

Krieg gegen Iran

Trump: »Die große Welle kommt erst noch«

Der US-Präsident hat noch umfassendere Angriffe gegen das Mullah-Regime in Teheran angekündigt und schließt auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus

 02.03.2026

Nahost

»Im Iran ist derzeit nichts unmöglich«

Die israelische Expertin für die Islamische Republik und iranische Achse, Sima Shine, erläutert, wie es um das Regime in Tehran bestellt ist

von Sabine Brandes  02.03.2026

Nahost

An Tag 3 des Iran-Kriegs wird eine neue Front eröffnet

Die Operationen »Roaring Lion« und »Epic Fury« haben dem iranischen Regime bereits empfindliche Schläge zugefügt. In Israel kam es bei Gegenangriffen zu Toten und Verletzten

von Imanuel Marcus  02.03.2026