Nahost

Schlag gegen Huthi-Führung in Sanaa

Ein Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe Foto: copyright (c) Flash90 2025

Die israelische Armee hat am Donnerstagabend in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mehrere präzise Luftschläge ausgeführt, die sich nach übereinstimmenden Berichten arabischer und israelischer Medien gegen die oberste Führung der vom Iran unterstützten Huthi richteten. Ob der Angriff tatsächlich den Tod mehrerer Spitzenfunktionäre zur Folge hatte, ist bislang nicht offiziell bestätigt.

Nach Informationen jemenitischer Medien soll der sogenannte Premierminister der Huthi, Ghalib al-Rahawi, bei dem Angriff ums Leben gekommen sein. Er habe sich mit weiteren hochrangigen Kommandeuren in einem Gebäude aufgehalten, während der Anführer der Terrororganisation, Abdul-Malik al-Huthi, im Fernsehen eine Ansprache hielt.

Auch Verteidigungsminister Mohammad Nasser al-Athifi und Generalstabschef Mohammad Abd al-Karim al-Ghamari könnten unter den Opfern sein. Beide gelten als zentrale Verbindungsleute zu Teheran und zur Hisbollah im Libanon.

Verlängerter Arm

Die Operation erfolgte nur Stunden, nachdem die israelische Luftabwehr zwei Drohnen abgeschossen hatte, die von Huthi-Stellungen aus Richtung Rotes Meer gestartet worden waren. Seit Oktober 2023 feuern die Huthi immer wieder Raketen und Drohnen auf Israel ab – bislang ohne israelische Todesopfer, aber mit der klaren Absicht, das Land dauerhaft unter Beschuss zu halten.

Lesen Sie auch

In Jerusalem beobachteten Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir die Operation aus dem Hauptquartier der Armee. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ sich über eine gesicherte Verbindung direkt informieren. Katz unterstrich nach den Schlägen, Israel werde jede Attacke auf sein Territorium beantworten: »Wer unsere Bevölkerung ins Visier nimmt, wird selbst zum Ziel.«

Die Huthi gelten als verlängerter Arm des iranischen Regimes. Sie versuchen, die Region am Roten Meer für den internationalen Schiffsverkehr unsicher zu machen und Israel mit Raketen und Drohnen zu terrorisieren. Al-Athifi soll nach israelischen Erkenntnissen mehrfach Angriffe auf israelisches Territorium persönlich genehmigt haben. General al-Ghamari hatte schon früher gezielte Tötungsversuche überlebt.

Zehn Explosionen

Arabische Quellen berichten von mindestens zehn Explosionen in Sanaa, darunter auch im Umfeld des Präsidentenpalastes, wo sich weitere Huthi-Funktionäre aufgehalten haben sollen. Offizielle Todesmeldungen der Terrorgruppe gibt es bisher nicht.

Seit über einem Jahr versucht Israel, die militärischen Fähigkeiten der Huthi durch präzise Gegenschläge zu schwächen. Die Terrororganisation feuert dennoch weiter Raketen und Drohnen. Die letzte Serie von Angriffen fand in der vergangenen Woche statt. im

Markus Lanz

Wolkige Rhetorik und rhetorische Volten

In der ZDF-Sendung bemühte sich Kanzleramtsminister Thorsten Frei, den Rüstungsexportstopp seiner Regierung zu erklären, während taz-Journalistin Ulrike Herrmann gar einen »Regimewechsel« in Israel forderte

von Michael Thaidigsmann  29.08.2025

Gazakrieg

Palästinenser trainieren in Ägypten für den »Tag danach«

Rund 10.000 Mann sollen für den in Gaza als Sicherheitskräfte eingesetzt werden, sobald der Krieg zu Ende ist

von Sabine Brandes  28.08.2025

Nahost

Israel kündigt zwei neue Hilfszentren im Gazastreifen an

Die Bauarbeiten laufen bereits. Zwei neue Verteilstellen für Hilfsgüter werden eingerichtet. Betreiber soll die amerikanische GHF-Stiftung werden

 28.08.2025

Geiseln

Geiselvater: »Ich habe nichts mehr zu verlieren«

Der Vater des jungen von der Hamas verschleppten Deutsch-Israelis Rom Braslavski äußert sich zunehmend verzweifelt

von Sabine Brandes  28.08.2025

Diplomatie

Blair berät Trump und Kushner bei Gaza-Wiederaufbau

Der ehemalige britische Premier und sein Tony Blair Institute sollen einen Plan für die Zukunft des Gazastreifens ausgearbeitet haben

 28.08.2025

Krieg

Wie weiter in Gaza?

Israelische Sicherheitsexperten diskutieren über die Chancen und Risiken der geplanten Ausweitung der Militäroperation im Kampf gegen die Hamas-Terroristen

von Sabine Brandes  28.08.2025

Appell

Nennt ihre Namen!

Deutschland redet geradezu obsessiv über Israel. Über den angeblichen »Völkermord.« Über die Siedlungen. Aber über die deutschen Geiseln spricht fast niemand. Es ist, als existierten sie nicht mehr

von Andreas Büttner  28.08.2025

Krieg

Israels Armee: Evakuierung der Stadt Gaza »unvermeidlich«

Vor der geplanten Umquartierung der Einwohner von Gaza Stadt laufen die Vorkehrungen für die Einrichtung humanitärer Hilfszentren auf Hochtouren

von Robert Messer  27.08.2025

Antisemitismus

Vuelta: Demonstranten stoppen Israel-Team

Sportdirektor Daryl Impey: »Es war ein Schock für uns«

von Stefan Tabeling  27.08.2025