Israel

Schimon Peres erleidet Schlaganfall

Schimon Peres bei einer öffentlichen Veranstaltung in Holon Ende August Foto: Flash 90

Der ehemalige Präsident Israels, Schimon Peres, hat am späten Dienstagabend einen schweren Schlaganfall erlitten. Seine Ärzte im Tel-Haschomer-Krankenhaus von Tel Aviv beschreiben den Zustand am Mittwoch als »kritisch, aber stabil«.

Am Mittag kam die Nachricht aus dem Krankenhaus, dass sich der Zustand von Peres leicht verbessert habe und man optimistisch sei. Professor Zeev Feldman vom behandelnden Team erläuterte, dass man einen weiteren Test durchgeführt und die Betäubung daher vorübergehend unterbrochen habe.

bewusstsein »Er wachte auf, öffnete seine Augen und verstand, was wir ihm sagten. Das zeigt, dass seine kognitiven Funktionen in Ordnung sind und dass er Worte verstehen und in Aktionen umsetzen kann. Das Bewusstsein wiederzuerlangen und einfache Anweisungen nachzuvollziehen, ist definitiv eine wichtige Phase, die eine Verbesserung bedeutet«, so der Mediziner.

Der Leiter des Krankenhauses, Dr. Itzik Kreiss, erklärte, Peres habe massive innere Blutungen. Für die Untersuchungen hätten die Mediziner den 93-Jährigen für kurze Zeit in ein künstliches Koma versetzt. Aus dem sei er aber mittlerweile aufgewacht, er werde jedoch weiterhin beatmet.

Erst vor einer Woche hatte Peres einen neuen Herzschrittmacher erhalten. Es sei die rechte Seite des Gehirns, die betroffen ist, erläuterte der Arzt. Doch vorerst gehe es darum, Peres so zu stabilisieren, dass sein Leben nicht mehr in Gefahr ist.

genesung Premierminister Benjamin Netanjahu erkundigte sich telefonisch nach dem Zustand des Nobelpreisträgers und wünschte ihm eine schnelle Genesung. Der amtierende Präsident Reuven Rivlin sagte: »Ich sorge mich sehr um meinen Freund Schimon Peres und wünsche ihm eine gute und schnelle Genesung.« Er rief alle Israelis auf, für Peres zu beten.

Sein Schwiegersohn und persönlicher behandelnder Arzt, Professor Rafi Walden, erklärte vor dem Krankenhaus: »Wir sind froh zu sehen, dass er in einer kurzen Pause der Betäubung reagierte. Er hat unsere Hand geschüttelt.« Peres’ gesamte Familie befindet sich im Krankenhaus in seiner Nähe.

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026