Antisemitismus

Scharfe Kritik: Yair Netanjahu entfernt Facebook-Comic

Yair Netanjahu Foto: Flash 90

Nachdem seit Monaten gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu und seine Ehefrau Sara wegen verschiedener Vorwürfe polizeilich ermittelt wird, ist nun auch der älteste Sohn des Paares, Yair (26), in die Kritik geraten. Er hatte am Schabbat auf seiner Facebook-Seite einen Comic mit dem Titel »Ernährungskette« gepostet, der von vielen als antisemitisch gewertet wird. Berichten zufolge soll er ursprünglich von einer rechtsgerichteten Facebook-Seite stammen. In der Darstellung wird eine angebliche Weltverschwörung gegen Benjamin Netanjahu dargestellt.

Unterdessen wächst der Druck auf den Premier und seine Frau Sara. Letztere steht kurz vor einer Anklage wegen verschiedener Delikte, darunter Veruntreuung. Das gab Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit am Freitag bekannt.

George Soros Im Comic auf der Facebook-Seite von Yair Netanjahu war der jüdische Milliardär und Philanthrop George Soros abgebildet, der die Welt an ein Reptil verfüttert. Auch ernähren sich in der Darstellung andere Netanjahu-Kritiker, darunter der ehemalige Premierminister des Landes, Ehud Barak, von der Schelte gegen den amtierenden Regierungschef.

Verschiedene rechtsextremistische und rassistische Gruppen, darunter der einstige Anführer des Ku-Klux-Klan (KKK), David Duke, und die amerikanische Neonazi-Website »The daily Stormer«, lobten Yair Netanjahu.

Ehud Barak hingegen kommentierte den Vorgang mit der Bemerkung, seiner Meinung nach brauche Netanjahu junior einen Psychiater. Auch von anderer Seite in Israel hagelte es scharfe Kritik. Der Chef der Arbeitspartei, Avi Gabbay, sagte, der Post sei inakzeptabel: »Es ist ein trauriger Tag, an dem aus dem Haus des Premierministers des jüdischen Staates ein Statement kommt, mit dem der KKK übereinstimmt.«

Anti-Defamation League Das Israel-Büro der Anti-Defamation League (ADL) schrieb: »Der Cartoon, den Yair Netanjahu gepostet hat, beinhaltet offenkundig antisemitische Elemente. Die Gefahren, die damit einhergehen, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.«

Nach 24 Stunden nahm Yair Netanjahu den Post von seiner Seite. Entschuldigt hat er sich bisher nicht. Auch sein Vater verweigerte einen Kommentar. Als er während eines Treffens des Kabinetts am Sonntag dazu gefragt wurde, antwortete Benjamin Netanjahu nur barsch: »Das hier ist keine Pressekonferenz.«

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  18.03.2026

Krieg gegen Mullahs

Israel tötet Irans Geheimdienstchef Esmail Khatib

Esmaeil Khatib wurde in der Nacht zu Mittwoch in Teheran getötet

 18.03.2026 Aktualisiert

Nahost

Iran richtet angeblichen Mossad-Spion hin

Wegen angeblicher Spionage für den israelischen Geheimdienst lässt der Iran einen Mann hinrichten. Die Justiz wirft ihm vor, sensible Informationen weitergegeben zu haben

 18.03.2026

Nahost

Iran greift Israel mit Streumunition an

Auch die Golfstaaten geraten erneut unter Beschuss. Die Lage im Überblick

 18.03.2026

Iran

Israel fliegt Angriffe auf Basidsch-Einheiten

Die iranischen Basidsch-Einheiten sind für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im eigenen Land bekannt. Israels Armee nimmt die paramilitärische Organisation weiterhin ins Visier

 17.03.2026

Nahost

Hisbollah soll umfangreiche Raketenangriffe planen

Nach den Raketen aus dem Iran müssen die Menschen in Israel nach Erkenntnissen des Militärs mit Angriffen durch die Hisbollah rechnen. Derzeit laufen israelische Angriffe gegen die Terror-Miliz

 17.03.2026

Krieg gegen Iran

Netanjahu wünscht Iranern »Jahr der Freiheit«

Nach der Tötung iranischer Funktionäre richtet Netanjahu persönliche Grüße zum persischen Neujahrsfest an die Menschen im Iran. Was steckt hinter der Botschaft?

 17.03.2026

Nahost

Libanesischer Soldat stirbt nach israelischem Angriff

Die libanesische Armee ist im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah neutral und beteiligt sich nicht an den Kämpfen. Dennoch geraten einige Soldaten unter Beschuss

 17.03.2026

Judenhass

»Es bleibt eine Sekte«

Andreas Büttner verlässt die Partei, weil ein Landesverband den Zionismus ablehnt. Das sorgt innerhalb der Linken für Diskussionen

 17.03.2026