Israel

Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran wäre falsch

Benjamin Netanjahu warnte vor dem US-Kongress vor einem schlechten Deal mit dem Iran. Foto: Flash90

Israel hat vor der Amtsübernahme des künftigen US-Präsidenten Joe Biden klargestellt, dass es eine Rückkehr zum internationalen Atomabkommen mit dem Iran für grundfalsch hält.

Die 2015 abgeschlossene Vereinbarung, die eine iranische Atombombe verhindern sollte, sei »zutiefst fehlerhaft«, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Sonntag mit.

Terror »Diese Vereinbarung hat dem Iran eine mit Gold gepflasterte Schnellstraße zum Bau der essenziell wichtigen Infrastruktur für ein ganzes Arsenal von Atombomben geliefert«, hieß es in der Mitteilung. Außerdem habe es Teheran die Ressourcen gegeben, »Aggression und Terror im Nahen Osten zu verbreiten«. Es sei Israels eindeutige Haltung, »dass es unter keinen Umständen eine Rückkehr zu diesem schlechten Deal geben sollte«.

In dem Atomabkommen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran 2015 dazu verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden.

Abkommen Seit dem Ausstieg der USA unter Präsident Donald Trump im Mai 2018 ist das Wiener Atomabkommen kaum noch wirksam. Bei den europäischen Vertragspartnern gibt es aber Hoffnung, dass Biden nach seinem Amtsantritt am 20. Januar in das Abkommen zurückkehrt.

Die von den USA verhängten Wirtschaftssanktionen haben den Iran in die schwerste Wirtschaftskrise seiner jüngeren Geschichte gestürzt. Die Führung in Teheran wirft der US-Regierung vor, mit den Sanktionen einen Regimewechsel herbeiführen zu wollen.

Netanjahu gilt als schärfster Kritiker des Atomabkommens mit dem Iran. Er wirft Teheran vor, sich nie daran gehalten und heimlich weiter den Bau von Atomwaffen angestrebt zu haben. Israel sieht sich durch das iranische Atom- und Raketenprogramm eines Erzfeindes in seiner Existenz bedroht. dpa

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026