Israel

Rekord an Corona-Neuinfektionen

Corona-Teststation in Tel Aviv Foto: imago

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden – so viele wie nie zuvor an einem Tag.

Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

ANSTIEG Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe.

Insgesamt wurden in Israel bislang 66.805 Infizierte registriert.

Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 684 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel.

Insgesamt wurden in Israel bislang 66.805 Infizierte registriert. Aktive Fälle gab es zuletzt fast 33.400, davon sind 315 schwer erkrankt. 490 Menschen starben bislang nach einer Corona-Infektion.

KRISE Wurde Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt, sehen sich er und seine Regierung mittlerweile Protesten gegenüber. Die Krise belastet die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent.

Seit Wochen gehen Netanjahu-Gegner auf die Straßen. Israels neuer Corona-Beauftragter Ronni Gamzu will die Armee nun stärker in den Kampf gegen das Virus einbinden.

Nach einer Demonstration in Tel Aviv kam es am Dienstagabend zu Gewalt.

In die Kritik geraten ist auch Polizeiminister Amir Ochana, dem Gegner vorwerfen, die Proteste gegen Netanjahu unterdrücken zu wollen. Nach einer Demonstration vor Ochanas Wohnhaus in Tel Aviv kam es am Dienstagabend zu Gewalt.

Mutmaßliche Mitglieder einer rechten Hooligangruppe sollen sich Berichten zufolge unter die Demonstranten gemischt und sie attackiert haben. Der Polizei zufolge wurden vier Menschen festgenommen. Sie seien an Störungen der öffentlichen Ordnung und Straßenblockaden beteiligt gewesen.

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