Diplomatie

Reise nach Jerusalem

Freundschaftlich ging es beim letzten Treffen von Angela Merkel und Benjamin Netanjahu zu. Am 31. Januar werden die deutsch-israelischen Konsultationen fortgesetzt. Foto: Flash 90

Der Streik im israelischen Außenministerium ist beendet. Am Montag erklärte die Diplomatengewerkschaft in Jerusalem, der Arbeitskampf sei vorbei. Den Weg dazu hatte eine Vereinbarung mit dem Finanzministerium über eine mehrprozentige Lohnerhöhung geebnet. Der Streik dauerte mehr als einen Monat und führte unter anderem zur Absage des Besuches von Russlands Präsident Dimitri Medwedew.

Doktorwürde Auch die geplanten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen waren gefährdet. Doch soll nun das Treffen dem Vernehmen nach wie geplant am 31. Januar abgehalten werden. Dazu wird Bundeskanzlerin Angela Merkel mit mehreren Ministern nach Jerusalem reisen. Neben Gesprächen mit Premierminister Benjamin Netanjahu und den jeweiligen Ressortkollegen steht eine gemeinsame Kabinettssitzung auf dem Programm. Während die anderen deutschen Regierungsmitglieder noch am gleichen Tag wieder die Heimreise antreten, wird Merkel einen Tag länger in Israel bleiben. Am Dienstag soll sie die Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv erhalten.

Die ersten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen fanden im März 2008 in Jerusalem statt. Damals war ein jährlicher Turnus für die Treffen vereinbart worden. Gemeinsame Kabinettssitzungen in regelmäßigen Abständen führt die Bundesregierung nur mit sechs Ländern durch: Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Russland – und Israel.

Im November 2009 sollte der Gegenbesuch in Berlin erfolgen, wurde jedoch wegen einer Erkrankung von Premierminister Benjamin Netanjahu verschoben. Am 18. Januar 2010 trafen sich die Regierungsmitglieder dann im Berliner Kanzleramt. Dabei ging es um gemeinsame Projekte, aber auch um den Nahost-Konflikt und das Atomprogramm des Iran. ja

Israel

Eisenkot plädiert für erneuerte Partnerschaft Israels mit den USA

Noch ist unklar, wer Israels nächste Regierung leitet. Ex-Militärchef Eisenkot unterstreicht seinen Führungsanspruch - und wendet sich an den wichtigsten Verbündeten

 05.11.2026

Straße von Hormus

Iran: Zwei Tanker und ein Schlepper in Brand geraten

In den vergangenen Tagen wurden vermehrt Schiffe angegriffen oder durch Minen beschädigt

 05.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  05.11.2026 Aktualisiert

Knesset-Wahl

Herzog lotet Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

 04.11.2026

Wahl

Koalitionskampf und Politpoker

Weder Benjamin Netanjahu noch Gadi Eisenkot konnten sich die Mehrheit sichern. Wie geht es weiter?

von Sabine Brandes  04.11.2026

Tel Aviv

Wie Andrea Kiewel sich endlich traute

Andrea Kiewel überrascht sich selbst und überwindet ihre Scheu vor dem Widerspruch – wegen Halloween

von Andrea Kiewel  04.11.2026

Nachrichten

Wein, Stadt, Börse

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  04.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026