Israel

Regierungsstreit treibt Netanjahu aus dem Krankenhaus

Premier Benjamin Netanjahu in der Knesset, bevor er in die Klinik zurückkehrte Foto: copyright (c) Flash90 2024

48 Stunden nach einer Prostataoperation hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entgegen der Anweisung seines Arztes das Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus verlassen, um seine Partei Likud bei der Verabschiedung eines umstrittenen Haushaltsgesetzes zu unterstützen. Das berichten israelische Medien. Kurze Zeit später, nachdem eine Parlamentskrise abgewendet war, sei er in die Klinik zurückgekehrt.

Der umstrittene Gesetzentwurf soll regeln, wie Unternehmen in Israel Dividenden ausschütten und Steuern zahlen. Einige Vertreter rechtsextremer Parteien in Netanjahus Regierung hatten versucht, diesen aufgrund interner Meinungsverschiedenheiten zu blockieren, was ein weiteres Mal die Uneinigkeit innerhalb der Regierung deutlich machte.

Lesen Sie auch

Netanjahus Anwesenheit erwies sich schließlich als entscheidend: Der Gesetzentwurf wurde mit einer Stimme Mehrheit angenommen. Wäre das Gesetz bis zum Ende des Kalenderjahres nicht verabschiedet worden, hätte dies eine große Lücke ins gesamtwirtschaftliche Einkommen für 2025 gerissen und die Regierung zu Fall bringen können.

Neben drei Abgeordneten der chassidischen Fraktion Agudat Jisrael, die die Verabschiedung eines neuen Gesetzes zur Regelung des Armeedienstes für Ultraorthodoxe erzwingen wollten, war es der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir, Anführer der rechtsradikalen Partei Otzma Yehudit, der die Abstimmung platzen lassen wollte, weil er sich mit seinem ehemaligen Verbündeten Bezalel Smotrich über das Budget für die Polizei streitet.

Existenz der Regierung gefährdet

Netanjahu wird mit den Worten zitiert, dass er von Ben-Gvir erwarte, dass er aufhöre, die Koalition zu erschüttern und die Existenz einer rechten Regierung in einem entscheidenden Moment der israelischen Geschichte zu gefährden. Den Minister härter anzugehen, kann Netanjahu sich wegen der Instabilität seiner Regierung offenbar nicht leisten.

Derweil ergehen sich Ben-Gvir und Smotrich in gegenseitigen Schuldzuweisungen. sal

Bildung

Handys weg!

In Tel Avivs Schulen müssen Mobiltelefone künftig im Schließfach bleiben

von Sabine Brandes  24.09.2026

Politische Einflussnahme

»Katargate« bringt Netanjahu und sein engstes Umfeld unter Druck

Neue, brisante Informationen zur Affäre um mutmaßliche Verbindungen zwischen Mitarbeitern des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Katar könnten weitreichende Folgen haben

 24.09.2026

Terror-Infrastruktur

Tunnelschacht und Waffen im Westjordanland entdeckt

Ermittler nahmen vier Personen fest, die sich am Fundort befanden. Sie wurden zur weiteren Befragung mitgenommen

 24.09.2026

Tel Aviv

Fall eines Grenzpostens erleichterte Hamas-Angriff auf Be’eri

Einer Untersuchung zufolge war die Einheit nicht auf einen groß angelegten Überraschungsangriff vorbereitet

 24.09.2026

Jerusalem

Wahlausschuss schließt arabische Parteien und Kandidaten von Israels Wahl aus

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein Artikel des Kandidaten Abu Shehadeh. Darin bezeichnete er den Hamas-Angriff vom 7. Oktober als »ein wichtiges historisches Ereignis in militärischer, politischer und strategischer Hinsicht«

 24.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  24.09.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Sohn von Israels US-Botschafter bei Anschlag schwer verletzt

Neria Leiter benötige »ein Wunder«, um zu überleben, erklärt sein Vater

 24.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  23.09.2026

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026