Israel

Regierung verlängert Wehrdienst um vier Monate

Soldaten des Netzah Yehuda-Batallions an der Grenze zu Gaza (Archivfoto) Foto: Flash90 2023

Israels Regierung hat die Dauer des verpflichtenden Wehrdiensts um vier Monate verlängert, weil das Militär mehr Soldaten braucht. Frisch eingezogene Rekruten müssten aufgrund der Gesetzesvorlage nunmehr 36 statt wie bisher 32 Monate lang dienen, berichtete das israelische Kan-Radio. Den Entwurf muss noch die Knesset, das israelische Parlament, billigen. Für Frauen gilt unverändert eine zweijährige Wehrpflicht.

Nach neun Monaten Gaza-Krieg und angesichts einer zugespitzten Konfliktlage im besetzten Westjordanland sowie einer wachsenden Kriegsgefahr an der Grenze zum Libanon kämpft das israelische Militär mit knappen Personalressourcen. Für den Krieg gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen hatte die Armee Hunderttausende Reservisten mobilisiert und zum Teil viele Monate lang bei ihren Einheiten an der Front belassen. Für die israelische Gesellschaft stellt das eine Bürde dar, weil Väter ihren Familien und gut ausgebildete Arbeitskräfte ihren Unternehmen fehlen. 

Die Gesetzesvorlage über die Verlängerung der Dauer der Wehrpflicht dürfte im Parlament glatt durchgehen, weil die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ihre Koalitionspartner über die nötige Mehrheit verfügen. Zugleich steigert das Vorhaben den Ärger in der Mehrheitsgesellschaft über die Wehrdienstbefreiung für strenggläubige junge Männer. 

Das Oberste Gericht hatte diese Befreiung mit einem Urteil im Vormonat zwar im Prinzip aufgehoben. Aber die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Rekrutierung der Strenggläubigen regeln würde, scheiterte bislang an der Ablehnung von Netanjahus ultra-religiösen Koalitionspartnern. Grundsätzlich wären nach dem höchstrichterlich verfügten Wegfall der Befreiung nunmehr 60.000 sogenannte Haredim der Wehrpflicht unterworfen. Die Armee hatte zuletzt erklärt, dass sie in diesem Jahr 3000 Einberufungsbefehle für Strenggläubige verschicken werde. dpa/ja

Hamas-Massaker

Wurde Netanjahu vor dem 7. Oktober gleich dreimal gewarnt?

Berichte aus Ägypten und den Emiraten schildern mehrere Warnungen vor dem Angriff aus Gaza. Der israelische Premier bestreitet dies kategorisch

von Sabine Brandes  30.09.2026

Jerusalem

Eklat wegen Aussagen von Ministerin: Israel bestellt spanische Diplomatin ein

Spaniens Jugendministerin Sira Rego von der Linkspartei hatte erklärt, die spanische Gesellschaft unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Jetzt protestierte Israel gegen die Aussagen

 30.09.2026

Tel Aviv

Festnahme eines Hamas-Funktionärs verschaffte Israel entscheidende Informationen über Terrorziele

Mu’in al-Arabid, ein ranghoher Hamas-Terrorist wurde am 2. September gefangen genommen. Seither sind mehrere Terror-Kommandeure getötet worden

 30.09.2026

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Forschung

Studie: Es gibt keine Grundlage für die Apartheids- und Genozidvorwürfe gegen Israel

Eine neue Untersuchung von Gunther Jikeli und Philippe Karpe zeigt, dass die Kritik gegen den jüdischen Staat ideologisch motiviert ist - und jeglicher Empirie entbehrt

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf«

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026