Israel

Regierung streicht Steuervergünstigungen für Palästinenserhilfswerk

Finanzminister Bezalel Smotrich Foto: copyright (c) Flash90 2024

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat beschlossen, Steuervergünstigungen zu streichen, die Israel bislang dem UN-Flüchtlingshilfswerk für die Palästinenser (UNRWA) eingeräumt hatte.

»Der Staat Israel wird keine Steuervorteile für Terroristenhelfer gewähren«, schrieb Smotrich am Donnerstag auf der Plattform X. Israel wirft zwölf UNRWA-Mitarbeitern in Gaza vor, an dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel vom 7. Oktober beteiligt gewesen zu sein, weitere 190 sollen Verbindungen zur Hamas haben.

Israelischen Medienberichten zufolge erklärte Smotrich am Donnerstag, er wolle UNRWA die Steuervorteile entziehen, die das Hilfswerk durch seinen Status als UN-Agentur erhalte. Demnach ist UNRWA derzeit etwa von Zöllen und Steuern auf Produkte befreit, die für den Betrieb des Hilfswerks bestimmt sind. Zudem erhält es eine erhebliche Steuerermäßigung beim Kauf von Treibstoff.

Vergangene Woche hatte der Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Abschaffung des Hilfswerks gefordert. UNRWA sei von der Hamas infiltriert und müsse durch andere Organisationen ersetzt werden. Zu Wochenbeginn sperrte zudem die israelische Leumi-Bank das Konto der Organisation. Sie begründete den Schritt mit der Befürchtung, von dem Konto könnten Gelder an terroristische Gruppen fließen.

Nach den israelischen Vorwürfen an UNRWA-Mitarbeiter in Gaza hatte die UN eine Untersuchung angekündigt. 18 Staaten, darunter Deutschland, setzten unterdessen ihre Zahlungen für das Hilfswerk aus, welches dadurch unter erheblichen finanziellen Druck geriet. Erst im Dezember hatte UNRWA einen Finanzierungsbedarf im Umfang von 481 Millionen US-Dollar (444 Millionen Euro) angemeldet. kna

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

New York/Gaza

Frühere Lehrerin aus Gaza warnt vor Judenhass an UNRWA-Schulen

Die Pädagogin sagt, die ideologische Indoktrinierung palästinensischer Kinder könne den Nährboden für ein weiteres Massaker wie das vom 7. Oktober 2023 schaffen

von Imanuel Marcus  21.10.2026

Jerusalem

Netanjahu hält an Sturz des Teheraner Regimes fest

»Ich bin entschlossen, die Aufgabe zu Ende zu bringen«, sagt der israelische Regierungschef

von Imanuel Marcus  21.10.2026

Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der Shani Louk verschleppte

Tamer Mohammad Ibrahim al-Sabbagh war das letzte lebende Mitglied der Hamas-Zelle, die am 7. Oktober 2023 die deutsch-israelische Geisel entführte

 21.10.2026

Sicherheit

Nach Ausschreitungen: Israel rechnet mit vermehrter Einwanderung von Juden aus Frankreich

Die Hintergründe

 21.10.2026

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026