Bürgerkrieg

Raketen und Propaganda

Kampfjet der israelischen Luftwaffe Foto: Flash 90

Das syrische Staatsfernsehen behauptete am Dienstag, dass zwei israelische Jets abgeschossen worden seien: ein Kampfjet und eine Drohne. Die Armee (IDF) dementierte dies umgehend und erklärte, die Flugzeuge seien sicher gelandet.

Eigentlich sollen die Waffen in Israels Nachbarland Syrien seit Montagabend schweigen. Im zweiten Versuch der USA in Zusammenarbeit mit Russland, den fünf Jahre andauernden Bürgerkrieg in Syrien zu beenden, war eine Feuerpause vereinbart worden. Doch zuvor hatten die verfeindeten Parteien noch versucht, so viel Territorium wie möglich an sich zu reißen. Daher waren die Kämpfe in den letzten Tagen und sogar Stunden vor dem Beginn der Waffenruhe massiv aufgeflammt.

explosionen Auch auf dem Golan an der Grenze zu Israel waren fast pausenlos Explosionen zu vernehmen. Verschiedene Gruppen versuchten offenbar, die Soldaten des Regimes von Baschar al-Assad aus der Region von Kuneitra bis zum Berg Hermon zu vertreiben, solange sie noch die Waffen sprechen lassen konnten.

Und genau dies sei der Grund, meinen Militärexperten, warum in den vergangenen Tagen mehrere Granaten aus Syrien in Israel landeten – fünf innerhalb von weniger als einer Woche. Schaden entstand dabei nicht. Das israelische Militär geht von Irrläufern aus, reagierte jedoch viermal mit dem Beschuss von syrischen Positionen in der Region. Beim letzten Gefecht schließlich kam die Meldung des syrischen Fernsehens, die beiden Jets seien abgeschossen worden.

rebellen Und die Propaganda der syrischen Regierung, dass Jerusalem angeblich die Rebellen unterstützt, lieferte der Sender gleich mit: »Dieser eklatante Angriff geschah im Zusammenspiel mit der Unterstützung des zionistischen Feindes für die bewaffneten Terrorgruppen. Sie versuchen damit verzweifelt, die Kampfmoral nach den schweren Verlusten in der Gegend um Kuneitra zu stärken.«

Die IDF räumte ein, dass tatsächlich auf die Flugzeuge gefeuert wurde, diese jedoch sicher in ihre Basis zurückkehren konnten. »Zwei Boden-Luft-Raketen sind nach unserer Mission auf syrische Artilleriestellungen in der Nacht von Syrien auf uns abgefeuert worden«, heißt es in einer Erklärung der Armee. Die Geschosse hätten die Flugzeuge jedoch weder abgeschossen noch gefährdet: »Denn sie waren viel zu weit entfernt.«

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