Krieg

Raketen aus Rafah auf Tel Aviv

Das Zentrum Israels, hier Tel Aviv, war am Sonntag unter Beschuss. Foto: Flash90

Es war das Ende des Schultages. Viele israelische Kinder befanden sich auf dem Nachhauseweg, als die Sirenen schrillten. Die Menschen hasteten in Schutzräume oder warfen sich auf den Boden. Es war das erste Mal seit vier Monaten, dass Raketen aus Gaza auf das israelische Zentrum gefeuert wurden. Für viele Bewohner kamen die Angriffe völlig überraschend. Die Warntöne heulten in Städten in ganz Zentral-Israel, darunter in Tel Aviv, Herzlija und Petach Tikwa.

»Es wurden acht Projektile identifiziert, die aus dem Gebiet von Rafah im Süden des Gazastreifens auf israelisches Territorium gelangten. Einige der Projektile wurden vom IDF Aerial Defense Array abgefangen«, heißt es in einer Erklärung der israelischen Armee. Sie geht davon aus, dass der Beschuss von der Hamas als Reaktion auf israelische Militäraktivitäten gegen eine große Raketenproduktionsstätte der Terrorgruppe in der Gegend gestartet wurde.

Schrapnelle in mehreren israelischen Orten

In mehreren israelischen Orten fielen Schrapnelle, nachdem die Raketen abgefangen wurden, unter anderem in Ra’anana und Petach Tikwa. Der Rettungsdienst Magen David Adom gab an, dass Sanitäter zwei Frauen behandelt hätten, die während der Raketensirenen auf dem Weg zu einem Sicherheitsraum getroffen worden seien. Laut Magen David Adom seien die Frauen im Alter von 52 bzw. 30 Jahren leicht verletzt und bei vollem Bewusstsein ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Polizei berichtete, dass das Dach eines Hauses in Herzlija durch Granatsplitter beschädigt wurde. Eine Frau, die sich dort aufhielt, wurde leicht verletzt, als sie versuchte, sich in Sicherheit zu bringen. In der Kleinstadt Kfar Saba nördlich von Tel Aviv schlug eine Rakete ein, zeigten Videoaufnahmen. Das Geschoss sei auf einem freien Gebiet gelandet, Wohnhäuser seien jedoch in der Nähe. Es wurde niemand verletzt.

Der bewaffnete Flügel der Hamas, die Al-Qassam-Brigaden, veröffentlichte am frühen Nachmittag eine Erklärung, auf seinem Telegram-Kanal, dass als Reaktion auf das, was er als »zionistische Massaker an Zivilisten« bezeichnete, einen »großen Raketenangriff« auf Tel Aviv gestartet habe.

Verhandlungen werden wieder aufgenommen

Der Hamas-Raketenbeschuss heute Nachmittag aus der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens zeige, warum Israel seine Militäroperation dort fortsetzen muss, sagt Benny Gantz, Vorsitzender der Nationalen Einheit, während einer Tour durch die Grenzgemeinden des Gazastreifens. »Die heute abgeschossenen Raketen beweisen, dass die IDF an jedem Ort eingesetzt werden muss, von dem aus die Hamas noch operiert.«

»Die Welt muss wissen: Schuld an der Situation sind diejenigen, die immer noch unsere Geiseln gefangen halten, auf unsere Städte schießen und weiterhin Terror verbreiten«, fügt er hinzu. »Die terroristische Hamas sind Kriegsverbrecher, und wir beabsichtigen, sie früher oder später für ihre Verbrechen bezahlen zu lassen.«

Währenddessen wird berichtet, dass die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln zwischen Israel und der Hamas am Dienstag wieder aufgenommen werden. Das sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter ägyptischer Beamter am Sonntag gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN.

Jerusalem

Roman Gofman neuer Leiter von Israels Geheimdienst Mossad

Ein Mann aus dem Militär und Berater Netanjahus wird nun Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Dem umstrittenen Wechsel an der Spitze des Mossad war ein Rechtsstreit vorausgegangen

 02.06.2026

Erwiderung

An allem sind ... oder, Herr Ahmetović?

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović, macht keinen Hehl daraus, wen er zum Hauptverantwortlichen für nahezu sämtliche Probleme, Konflikte und Krisen in Nahost erklärt

von Sacha Stawski  02.06.2026

Film

Die Entwirrung der UNRWA

Eine neue Dokumentation beleuchtet Geschichte, Auftrag und politische Rolle des Palästinenserhilfswerks

von Maria Ossowksi  02.06.2026

Pride Month

Bennett entdeckt LGBTQ-Community für den Wahlkampf

Der frühere Gegner gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fordert heute volle rechtliche Gleichstellung – und erzählt, warum persönliche Erfahrungen seine Sicht verändert haben

von Sabine Brandes  02.06.2026

Gerlingen/Tel Aviv

Bosch reduziert Forschungspräsenz in Israel

Zwei Büros in Tel Aviv und Haifa sollen geschlossen werden. Die Hintergründe

 02.06.2026

Jerusalem

Israels Parlament billigt in erster Lesung eigene Auflösung

In der Koalition von Regierungschef Netanjahu gibt es Streit. Die Charedim pochen deshalb auf einen früheren Wahltermin. Eine weitere Hürde auf dem Weg dahin ist nun genommen

 02.06.2026

Luftfahrt

El Al nimmt Direktverbindung zwischen Tel Aviv und San Francisco wieder auf

Geplant sind drei Flüge pro Woche, die jeweils rund 15 Stunden dauern. Auffällig ist die Flugnummer

 02.06.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Charedim legen mit Massenprotest Verkehr lahm

In mehreren Teilen Israels protestierten sie gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern

 02.06.2026

Jerusalem

Kritik an Netanjahu wegen Verzicht auf Angriff gegen Hisbollah in Beirut

Der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett sagt, die Regierung habe »die Kontrolle über die israelische Souveränität verloren«

 02.06.2026