Israel

Proteste gegen Sextherapie-Tagung

Auch so kann Paar- und Sexualtherapie aussehen: Szene aus dem Kinofilm »Wie beim ersten Mal« mit Tommy Lee Jones und Meryl Streep Foto: dpa

Eine Konferenz zum Thema Polyamorie hat in Israel Proteste religiöser Gruppen ausgelöst. Die religiös orientierte Bar-Ilan-Universität nahe Tel Aviv hatte für Dienstag zu einer Konferenz für Sex- und Beziehungstherapeuten zum Thema Polyamorie eingeladen.

Die Gegner der Tagung befürchteten durch die Veranstaltung eine Ermutigung zum Ehebruch und riefen zu Protesten nahe der Hochschule auf. Bereits im Vorfeld hatte es laut Medienberichten Widerstand gegen die Veranstaltung gegeben.

PLAKATE Ein Video im Internet zeigte Demonstranten mit Plakaten auf denen unter anderem »Ehebruch an der Bar Ilan« stand. Die Konferenz »legitimiert das Phänomen des akzeptierten und institutionalisierten Betrugs bei verheirateten Paaren«, hieß es auf einer Facebook-Seite mit dem Titel »Stop den Ehebruch an der Bar Ilan«. Auf der Internetseite »Stopbarilan« war für eine Absage der Konferenz geworben worden.

Die Gegner befürchten eine Ermutigung zum Ehebruch.

Nach Angaben der Universität behandelte die Konferenz Themen, die aufkommen können in der Arbeit mit Patienten, die offene Liebesbeziehungen mit mehreren Menschen führen. Die Konferenz sei nicht dazu gedacht, »zur Vielliebe zu ermutigen«, hieß es in einer Stellungnahme.

PROFESSIONELL »Vielliebe ist ein weiter verbreitetes soziales Thema geworden und daher von großem Interesse für die Gemeinschaft der professionellen Sextherapeuten in Israel«, so die Universität weiter.

Das Wort Polyamorie ist ein Kunstbegriff, der sich aus dem griechischen Wort für »viel« oder »mehrere« (polýs) und dem lateinischen Wort für »Liebe«(amor) zusammensetzt. Wichtig ist bei dieser Beziehungsform, dass alle Beteiligten voneinander wissen und das Handeln der anderen akzeptieren.  dpa

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026

Nahost

Israels Armee würde »mit Macht« auf iranischen Angriff reagieren

Im Iran gehen Tausende gegen die Führung des Landes auf die Straße. US-Präsident Trump erwägt laut Berichten Militärschläge. Der Iran warnte deshalb auch Israel

 11.01.2026

Iran

Iranisches Regime droht mit Angriff auf US-Stützpunkte

Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten erwägt er Militärschläge. Das Mullah-Regime warnt

 11.01.2026

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026

Knesset

In den Startlöchern

Israels Parteien bereiten sich auf die Wahl vor

von Sabine Brandes  10.01.2026