Jerusalem

Proteste gegen Riesenrad-Pläne

Blick auf die Altstadt von Jerusalem von der Armon-Hanatziv-Promenade Foto: Flash 90

In Jerusalem sorgt eine neue geplante Tourismus-Attraktion für Proteste. An der Armon-Hanatziv-Promenade im Süden der Stadt soll ein Riesenrad errichtet werden, das einen spektakulären Ausblick auf die zwei Kilometer entfernte Altstadt ermöglichen soll. Damit werde das Erscheinungsbild der Stadt zerstört, mahnen Stadtplaner. Die Archäologenorganisation »Emek Shaveh« spricht von einem »weiteren größenwahnsinnigen und offensiven Projekt«.

Das Riesenrad, das 40 bis 60 Meter hoch sein soll, gehört samt sechs neuen Hotels zu einem umfassenden Neubauprojekt der Jerusalemer Stadtentwicklungsbehörde und des Tourismus-Ministeriums, wie die Zeitung »Haaretz« berichtete. Vor einem halben Jahr sei bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden.

Die Archäologenorganisation »Emek Shaveh« spricht von einem »weiteren größenwahnsinnigen und offensiven Projekt«.

SEILRUTSCHE Das neue Projekt sieht im Rahmen eines Vergnügungsparks auch eine 800 Meter lange Seilrutsche zwischen der Promenade und dem darunter gelegenen »Friedenswald« vor, ebenso eine Hängebrücke für Fußgänger über das Hinnomtal. Zudem soll eine Seilbahn den Bereich vom Alten Bahnhof über den Zionsberg bis zum Dungtor nahe der Klagemauer überqueren. Der Oberste Gerichtshof hatte vor zwei Wochen Petitionen gegen die umstrittene Seilbahn angehört, aber noch keine Entscheidung getroffen.

Proteste kommen laut den Medienberichten auch von Spendern, die an der beliebten Aussichtsplattform der Jerusalemer »Promenaden« Gehwege samt Bänken gesponsert haben. »Dies alles wäre ein Angriff auf eine Landschaft, die von weltbekannten Architekten meisterhaft entworfen wurde, um spektakuläre Ausblicke zu bieten, die ein reflektierendes Erlebnis der Geschichte in einer ruhigen Umgebung ermöglichen sollen.«

FUSSABDRUCK Laura Wharton, ein Stadtratsmitglied der linken Meretz-Partei, sagte »Haaretz«: »Die Fläche des heiligen Beckens muss erhalten bleiben und unser Fußabdruck muss so gering wie möglich bleiben. Die Leute kommen nicht nach Jerusalem, um ein Riesenrad oder einen Vergnügungspark zu sehen.« Dieser Plan verbinde sich mit anderen Plänen, »die äußerst destruktiv sind«.

Der Reiseveranstalter ShalomIsraelTours behauptet auf seiner Homepage, das Jerusalemer Riesenrad werde noch größer als das London Eye, das mit 135 Meter Höhe bislang größte Objekt dieser Art. kna

Krieg

Wo Raketen fliegen, bleiben Klassenzimmer leer

In Kiriat Schmona und anderen nördlichen Gemeinden brechen die Schülerzahlen wegen des Dauerbeschusses der Hisbollah trotz Waffenstillstand ein

von Sabine Brandes  27.05.2026

Wirtschaft

Elbit Systems erhält 1,4-Milliarden-Dollar-Auftrag aus Europa

Es geht um ein umfassendes Modernisierungspaket für Streitkräfte, das über einen Zeitraum von fünf Jahren umgesetzt werden soll

 27.05.2026

Jerusalem

Bildung: Israels Muslimas haben Vorsprung vor Männern

In der israelischen Arbeitswelt stellt sich die Situation anders dar

 27.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  27.05.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Wegen Haushaltsproblemen hatte die Regierung mehrere Posten nicht länger finanzieren wollen

 27.05.2026

Jerusalem

Shin Bet zerschlägt Terrorzelle in Ost-Jerusalem

Im Zentrum der Ermittlungen steht Salah Hamouri, ein PFLP-Aktivist mit französischer Staatsbürgerschaft

 27.05.2026

Jerusalem

Israel bestätigt Tod des neuen Hamas-Führers in Gaza

»Mohammed Odeh gehörte zu den letzten Kommandeuren der Hamas, die an der Planung und Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren«, teilen Armee und Schin Bet mit

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Gaza

Israel nach Angriff auf Top-Terroristen: »Wir werden sie alle früher oder später fassen«

Kürzlich tötete Israel den Militärchef der Hamas, Iss al-Din al-Haddad. Nun hat die Armee laut Ministerpräsident Netanjahu auch dessen Nachfolger ins Visier genommen

 26.05.2026