Jerusalem

Protest beim Premier

»Wir fordern, dass die Sicherheit wiederhergestellt wird«: Tausende demonstrierten am Montagabend in Jerusalem. Foto: Flash 90

Tausende von rechtsgerichteten Israelis demonstrierten am Montagabend vor der Residenz des Regierungschefs Benjamin Netanjahu (Likud) in Jerusalem. Sie forderten, »die Sicherheit in Judäa, Samaria und Jerusalem wiederherzustellen«. Die Demonstration, an der auch mehrere Knessetabgeordnete teilnahmen, war vom Samaria-Siedlerkomitee nach den jüngsten palästinensischen Terrorattacken organisiert worden.

Am Donnerstag wurde das israelische Ehepaar Eitam und Naama Henkin vor den Augen ihrer Kinder erschossen, als die Familie im Auto im Westjordanland unterwegs war. Zwei Tage darauf wurde eine israelische Familie in der Altstadt von Jerusalem mit einem Messer angegriffen, zwei Männer starben dabei.

Siedlungsbau »Wir fordern, dass die Sicherheit wiederhergestellt wird«, rief der Leiter des Komitees, Jossi Dagan, den Demonstranten zu. Seiner Meinung nach müsse man dem Terror mit Bautätigkeit begegnen. »Wir erwarten vom Premier, dass er eine neue Siedlung zwischen Itamar und Eilon Moreh baut. Dort, wo Juden getötet wurden«, so Dagan. Die Mörder des Ehepaares seien derweil verhaftet, berichten israelische Medien. Es soll sich dabei um fünf Hamas-Mitglieder aus Nablus handeln.

Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte am Dienstag erneut konkrete Maßnahmen gegen den palästinensischen Terror in Jerusalem und im Westjordanland an. Unter anderem soll der Abriss von Häusern überführter Attentäter schneller vollstreckt werden. Unterdessen zerstörte die israelische Armee bereits zwei Häuser von Terroristen, die bei Anschlägen im Jahr 2014 für den Tod mehrerer Israelis verantwortlich waren.

Am Montag ist ein 13-jähriger Palästinenser bei einem Protest in der Nähe von Bethlehem von israelischen Soldaten getötet worden. Zunächst erklärte die IDF, dass bei dieser Demonstration keine scharfe Munition benutzt worden war. Eine erste Untersuchung des Militärs ergab aber schließlich, dass der Jugendliche versehentlich von einer Kugel der Armee getroffen wurde.

Faktencheck

Gerüchte über Netanjahus Tod werden unbelegt verbreitet

Im Iran-Krieg wird immer wieder behauptet, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sei tot. Aktuelle Videos von ihm sollen KI-generiert sein. Doch dafür gibt es keinen Beleg

 31.03.2026

Analyse

Ist das wirklich nicht unser Krieg?

Ein atomar bewaffneter Iran wäre nicht nur ein Albtraum für Israel, sondern auch eine reale Bedrohung für Europa

von Roman Haller  31.03.2026

Meinung

Nein, und nochmals nein!

Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums

von Esther Schapira  31.03.2026

Libanon

Zerstörung von Grenzdörfern soll Bedrohung durch Terror beenden

Israels Verteidigungsminister Katz kündigt drastische Maßnahmen im Süden des nördlichen Nachbarlandes an. Von dort aus erfolgen seit Jahren Angriffe der Hisbollah

 31.03.2026

Israel

Übergriff, Löwen, Haushalt

Kurznachrichten

von Sabine Brandes  31.03.2026

Knesset-Beschluss

Reaktionen auf das Gesetz zur Todesstrafe

Rechte israelische Politiker feiern und die USA respektieren die Entscheidung. Scharfe Kritik kommt von Teilen der Opposition in Jerusalem und aus Europa

 31.03.2026

Israel

»Hoffentlich der letzte Krieg«

Der militärische Konflikt mit dem Iran dauert an. Wir haben nachgefragt, wie Israelis diese schwierige Zeit zu Pessach erleben

von Sabine Brandes  31.03.2026

Mascha Malburg

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026

Interview

»In Ägypten blieb mir der Mund offenstehen«

Der Tanach-Gelehrte Rabbiner Joshua Berman hat die erste Haggada aus Sicht des Alten Ägyptens verfasst. Im Interview spricht er über sein Werk und einen Besuch in dem Land, das die Juden einst verließen

von Sabine Brandes  31.03.2026