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Nach Tel Aviv mit dem Billigflieger Foto: imago

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Israel schließt Billigflugabkommen mit der EU

von Sivan Wüstemann  06.08.2012 19:54 Uhr

Drei volle Jahre dauerten die Verhandlungen. Am Montag unterzeichneten Israel und die Europäische Union endgültig das Open-Skies-Abkommen. Die Vereinbarung zu Billigflügen zwischen dem Heiligen Land und der EU wird als historisch bezeichnet.

Tourismusminister Stas Misezhnikov, der die Initiative von Anfang an unterstützt hatte, war voll des Lobes: »Dies ist ein bedeutender Schritt, der den Tourismus in Israel mit Hunderttausenden zusätzlichen Gästen weit nach vorn katapultieren wird.« Zudem würden auch die Einheimischen von sinkenden Flugpreisen profitieren. »Dass Israel dem europäischen Klub beitritt, eröffnet Möglichkeiten für neue Spieler in der Branche und treibt die Konkurrenz an.« Dennoch, so der Minister, müsse der Staat einen Weg finden, die lokale Flugindustrie zu unterstützen.

Liberalisierung Europäische Ziele stehen ganz oben auf der Wunschliste der Israelis. 57 Prozent aller Flüge führen nach Berlin, Rom, Paris oder in andere Metropolen. Bislang existieren Direktflüge in 16 EU-Länder. Die allmähliche Umsetzung beginnt am 1. April kommenden Jahres. Innerhalb von fünf Jahren sollen die Barrieren für Billiglinien gänzlich wegfallen. Bis dahin werden jährlich sieben wöchentliche Flugoptionen pro europäischer Destination zusätzlich geschaffen. Zu einigen Flughäfen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen wird es lediglich drei weitere Flüge geben. Ab 2018 schließlich kann jeder Anbieter so viele Routen an so vielen Tagen anbieten, wie er will.

Der relativ lange Zeitraum für die Implementierung soll vor allem der heimischen El Al die Chance geben, sich auf den Konkurrenzkampf ausreichend vorzubereiten. Die hatte argumentiert, dass die Vereinbarung sie selbst und andere lokale Gesellschaften aus dem Markt drängen würde.

Verkehrsminister Israel Katz glaubt trotz der nahenden Herausforderungen an die Fähigkeiten der einheimischen Führungsetagen. »Sie werden die israelischen Firmen auch in einem offenen Markt zu großem Erfolg bringen.« Katz ist sicher: Der neue Status quo wird für die gesamte Branche von Vorteil sein.

Der europäische Billiganbieter easyJet frohlockt bereits heute. In einer Presseerklärung auf Hebräisch kündigte er an, die Routen zwischen Israel und europäischen Zielen umgehend auszuweiten. »Wir rufen Israel und die EU auf, das Open-Skies-Abkommen umzusetzen, damit wir die Zahl der Flüge und der Touristen erhöhen können.«

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