Sicherheit

Proben für das Beben

Rettungsübung in Holon Foto: Flash 90

Experten warnen bereits seit Jahren: Das große Beben wird kommen. Die Lage an der afrikanisch-syrischen Spalte macht den Nahen Osten zum Erdbeben-Gefahrengebiet, und angeblich sprechen die Vorzeichen eine eindeutige Sprache. Der bauliche Zustand vieler Gebäude lässt allerdings zu wünschen übrig. Nun aber werden wenigstens die Sicherheitskräfte aktiv: Zum ersten Mal in der Geschichte wird in der nächsten Woche eine Übung zu einer großen Naturkatastrophe stattfinden.

Das Kommando der Heimatfront wird am 21. Oktober sämtliche Kräfte mobilisieren und ein Szenario schaffen, das hoffentlich niemals Realität werden wird. 80 lokale Verwaltungen werden teilnehmen. Im fiktiven Geschehen wird im südlichsten Kibbuz Eilot die Erde mit einer Stärke von 5,6 auf der Richterskala beben. Die Auswirkungen werden im ganzen Land zu spüren sein, die Stärke sich bis auf 7,1 erhöhen.

Simulation In dem Szenario werden um die 7000 Menschen sterben, es wird 70.000 Verletzte geben, 170.000 Israelis werden ohne Dach über dem Kopf bleiben. Doch damit nicht genug. Das Küstengebiet soll zudem von einer bis zu sechs Meter hohen Tsunami-Welle bedroht werden. Vor allem die mediterrane Metropole Tel Aviv könnte dabei zu großem Schaden kommen. Außerdem würden hochgiftige Materialien, die durch das Beben freigesetzt würden, das Leben der Bewohner gefährden.

Heimatschutzminister Avi Dichter erklärte, dass es bei einem Desaster dieser Art keine Vorwarnung gäbe. »Das ist anders als bei Raketeneinschlägen, wo Sirenen schrillen. Und es ist wirklich beängstigend, wenn wir völlig unerwartet getroffen werden.« Doch die Situation sei eine andere, wenn man das Geschehen vorher simuliere.

Vor einer Woche hatten die Sicherheitsteams am Ben-Gurion-Flughafen bereits geprobt, wie man Hilfe aus der ganzen Welt unbürokratisch abfertigt. In Holon wurde ein Gebäude zerstört, um Rettungsmaßnahmen zu üben. An Schulen werden Evakuierungsmaßnahmen durchgespielt, und am Abend des 21. Oktober schließlich wird die gesamte Bevölkerung des Landes via Medien aufgefordert, aus ihren Häusern zu gehen, um im Ernstfall zu wissen, wie es abläuft. Das letzte starke Beben hatte 1927 in der Tiberias-Safed-Region gewütet und 300 Menschenleben gekostet. Dichter sagte, Ziel der Übung sei es, sicherzustellen, »dass der Staat nicht ins Wanken gerät, auch wenn die Erde bebt«.

Jerusalem

Netanjahu weist Verantwortung für Versagen am 7. Oktober zurück

Der Ministerpräsident bestreitet in einer Stellungnahme jede Verantwortung. Stattdessen verweist er auf Bewertungen der Sicherheitsbehörden und auf strategische Weichenstellungen früherer Jahre

 06.02.2026

7. Oktober

Die letzte Geisel

Mit der Operation »Tapferes Herz« wurde der Leichnam von Ran Gvili in Gaza geborgen und nach Hause gebracht. Das sind die Details

von Sabine Brandes  05.02.2026

Nahost

Natürliches Bündnis?

Nach der Offensive der syrischen Armee in Rojava nähern sich die Kurden Israel an. Eine Expertin erklärt die Hintergründe

von Sabine Brandes  05.02.2026

Jerusalem

Sitzung des Sicherheitskabinetts kurzfristig angekündigt

Um 16 Uhr Ortszeit kommt das Gremium zusammen. Worum geht es?

 05.02.2026

Jerusalem

Israeli wegen Spionage für Iran zu drei Jahren Haft verurteilt

Elimelech Stern aus Beit Schemesch wurde wegen Kontakts mit einem ausländischen Agenten und Verschwörung schuldig gesprochen

 05.02.2026

Israel

Reservisten wegen Schmuggels in den Gazastreifen angeklagt

Unter den Beschuldigten ist auch der Bruder des Shin-Bet-Chefs. Er soll im Zentrum der Verbrecherbande stehen

 05.02.2026

Tel Aviv

Die arabische Stimme der israelischen Streitkräfte

Major Ella Waweya übernimmt die Funktion der IDF-Sprecherin für arabische Medien. Schon zuvor war sie keine Unbekannte

von Imanuel Marcus  05.02.2026

Gewalt

Dreifacher Mord im Norden: Herzog spricht von nationalem Notstand

Der Vorfall ist Teil einer alarmierenden Gewaltwelle in arabischen Gemeinden Israels. Der Präsident sieht einen sieht einen »nationalen Notstand«

 05.02.2026

Luftfahrt

Bau eines neuen Flughafens in der Negev-Wüste soll beschlossen werden

Zu den Zielen gehört eine wirtschaftliche Stärkung der Region und eine erforderliche Entlastung des Ben-Gurion-Flughafens zwischen Tel Aviv und Lod

 05.02.2026