EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Israel

Premiere in der Behörde

Erhalten bei Kinderwunsch Unterstützung: gleichgeschlechtliche Paare Foto: Flash 90

»Jeder unserer Mitarbeiter hat das Recht, sich seinen Traum zu erfüllen, eine Familie zu gründen. Das gilt für alle gleichermaßen, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder der Frage, ob jemand verheiratet ist oder nicht.« Mit diesen Worten sorgt Isaac Herzog, ehemals Vorsitzender der Arbeiterpartei und seit einigen Monaten Chef der Jewish Agency, in diesen Tagen für eine kleine Sensation.

Denn fortan greift seine Behörde als erste staatliche Institution in Israel überhaupt all jenen finanziell unter die Arme, die eine Leihmutterschaft in Anspruch nehmen wollen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bis zu 40.000 Schekel, umgerechnet rund 10.000 Euro, können dafür bewilligt werden. Diese neue Regelung gilt für alle 1250 Mitarbeiter der Jewish Agency, also auch für jene, die als Emissäre im Ausland arbeiten.

Bis zu 40.000 Schekel bewilligt der Staat von nun an.

UNMUT Die Entscheidung ist insofern bemerkenswert, weil erst im vergangenen Jahr die Regierung in der LGBT-Gemeinde des jüdischen Staates für sehr viel Unmut gesorgt hatte. Staatliche Beihilfen sollte es zwar geben – aber nur für heterosexuelle Paare oder alleinstehende Frauen, so die Regelung. Single-Männer oder schwul-lesbische Paare waren davon ausgeschlossen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Wir wollen auf diese Weise ausnahmslos alle Mitarbeiter der Jewish Agency in diesem sehr komplexen Verfahren unsere Unterstützung anbieten«, hieß es ferner dazu von Herzog. »Für uns hat das auch eine symbolische Bedeutung, weil dadurch das Prinzip der Gleichheit, das wir in unserer Organisation pflegen, zum Ausdruck kommen soll.«

Der Leihmüttertourismus in die Dritte Welt stößt auf Kritik.

Eine Leihmutterschaft ist eine recht teure Angelegenheit. Sie kann mit Kosten von 100.000 Euro und mehr zu Buche schlagen und ist auch rechtlich sehr kompliziert. Aus diesem Grund greifen vor allem schwule Paare oft auf die Dienste von Frauen in Nepal, Brasilien oder anderen ärmeren Ländern zurück. Dort fallen die Kosten deutlich geringer aus, oft sind die Gesetze auch nicht so strikt.

Doch zugleich stößt dieser Leihmüttertourismus in die Dritte Welt auf Kritik. Der Vorwurf: Die prekäre Situation von Frauen würde ausgenutzt. Genaue Zahlen, wie viele Israelis von diesen Angeboten Gebrauch machen, gibt es nicht.

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber wehren sich mit dem Stimmzettel gegen den Sicherheitsminister – und könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel steckt mal wieder im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert