Wahlen

Premier gegen den Strom

Benjamin Netanjahu während der wöchentlichen Kabinettsitzung. Foto: Flash90

Herbe Kritik kommt sowohl aus den USA als auch aus dem eigenen Land. Benjamin Netanjahus geplante Rede vor dem US-Kongress am 3. März bestimmt dieser Tage die Titelseiten der israelischen Medien. Doch der Regierungschef machte zum Wochenbeginn im Kabinett klar, er gehe überall hin, um vor der iranischen Bedrohung zu warnen. Das sei seine Verantwortung.

Damit reagierte Netanjahu auf die lauter werdende Missbilligung aus dem Weißen Haus mit deutlichen Worten. »Als Premierminister von Israel bin ich dazu verpflichtet, jede Anstrengung zu unternehmen, um den Iran davon abzuhalten, nukleare Waffen zu erhalten, die gegen den Staat Israel gerichtet sind. Diese Mühen gelten für die ganze Welt – und ich werde überall hingehen, wo ich eingeladen bin, um die Position von Israel klarzumachen und seine Zukunft und Existenz zu sichern.«

Republikaner Netanjahu hatte eine Einladung von John Boehner, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, angenommen und damit einen Sturm der Entrüstung heraufbeschworen. Der mächtige Republikaner und Obama-Gegner soll mit dieser Einladung den Präsident öffentlich brüskiert haben. Und Netanjahu macht mit.

Der will die Gelegenheit nutzen, um im Kongress über den Iran und den radikalen Islam zu reden sowie Werbung für verschärfte Sanktionen gegen Teheran zu machen. »In den kommenden Wochen werden die Supermächte voraussichtlich eine Rahmenvereinbarung mit dem Iran vereinbaren«, erklärte er. »Das ist eine Vereinbarung, die den Iran an der Schwelle eines Nuklearstaates lässt und allen voran die Existenz Israels gefährdet.«

Protokoll Die Obama-Regierung indes will von den Worten Netanjahus nichts hören und beruft sich auf einen »Bruch des Protokolls« wegen der aufkommenden Neuwahlen zur israelischen Knesset am 17. März. »Man lade generell keine ausländischen Politiker kurz vor den Wahlen ein«, heißt es aus dem Oval Office.

Daher werden sich weder Obama noch Außenminister John Kerry mit Netanyahu treffen. Tatsächlich aber geht es wohl eher um eine Retourkutsche, da der amerikanische Präsident von der geplanten Rede nicht informiert wurde und erst davon erfuhr, als Netanjahu bereits zugesagt hatte.

Doch auch in Israel kommt das Vorhaben des Premiers nur mäßig an. Sogar der ehemalige Gesandte in den USA, Michael Oren, riet Netanjahu, die Rede besser nicht zu halten.

Die Oppositionspolitiker Zipi Livni und Yair Lapid meinten einhellig, dass der Regierungschef für seine Wahlpropaganda die Verbindung zu den USA zerstöre. »Und damit«, fügte Livni noch hinzu, »für seine eigenen Interessen die Sicherheit unseres Landes gefährdet«.

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026