Israel

Präsident Herzog bittet Hershs Angehörige um Vergebung

Israels Präsident Isaac Herzog sprach bei der Beerdigung von Hersh Goldberg-Polin Foto: copyright (c) Flash90 2024

Israels Präsident Isaac Herzog hat die Angehörigen der getöteten Geisel Hersh Goldberg-Polin um Vergebung gebeten, »dass es uns nicht gelungen ist, euren Hersh lebendig zurückzubringen.« In seiner Trauerrede auf der Beerdigung des 23-Jährigen entschuldigte er sich auch bei dem Toten dafür, dass sein Land ihn nicht ausreichend geschützt habe. Israels Entscheidungsträger stünden nun vor einer dringenden Aufgabe, so Herzog: »die zu retten, die noch gerettet werden können.«

Hershs Mutter Rachel verabschiedete sich in bewegenden Worten von ihrem Sohn: »Jetzt muss ich mich nicht länger um dich sorgen, du bist nicht länger in Gefahr. Du bist mit dem wunderschönen Aner. Ich hoffe, er wird dir alles zeigen«, sagte sie vor Hunderten Trauergästen. Aner Elyakim war Hersh Goldberg-Polins bester Freund. Er wurde am 7. Oktober von Hamas-Terroristen getötet, nachdem er alleine sieben Granaten aus einem Bunker zurückgeworfen hatte, die die Terroristen zuvor in den Unterschlupf geschleudert hatten.

»Wenn es etwas gibt, dass wir hätten tun können, um dich zu retten und an das wir nicht gedacht haben, bitte ich dich um Vergebung. Wir haben es so sehr versucht. Es tut mir leid«, sagte Rachel Goldberg. »Okay, mein süßer Junge, mach dich jetzt auf die Reise. Ich hoffe, sie ist so gut, wie die Trips, von denen du geträumt hast. Denn endlich, mein süßer Junge, endlich, endlich, endlich, endlich bist du frei. Ich liebe dich und werde dich jeden Tag vermissen.«

Rachel Goldberg (Mitte) trauerte mit ihrer Familie um ihren SohnFoto: copyright (c) Flash90 2024

Die israelische Armee hatte am Sonntag den Fund von sechs kurz zuvor getöteten Geiseln im Gazastreifen bekannt gegeben, darunter Goldberg-Polin. Kämpfer der islamistischen Hamas hatten ihn am 7. Oktober 2023 vom Nova-Musikfestival in den Gazastreifen verschleppt. Der Entführte besaß neben der israelischen auch die US-Staatsbürgerschaft. Seine Eltern hatten auch in den USA die Öffentlichkeit mobilisiert, um seine Freilassung zu erreichen. Tausende säumten am Montag in Jerusalem den Trauerzug, um Goldberg-Polin das letzte Geleit zu geben. Die Beisetzung wurde über soziale Medien im Internet übertragen. dpa/ja

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