Israel

Yair Lapid fordert baldige Neuwahlen

Yair Lapid am Montag in Jerusalem Foto: copyright (c) Flash90 2023

Angesichts wachsender Unzufriedenheit mit der israelischen Regierung hat Oppositionsführer Jair Lapid den rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu Neuwahlen aufgerufen.

»Lass uns zusammensetzen und ein Datum für Wahlen vereinbaren«, sagte Lapid am Montag zu Beginn einer Sitzung seiner Zukunftspartei. »Es wird sowieso passieren«, sagte Lapid mit Blick auf Neuwahlen. »Entweder durch ein konstruktives Misstrauensvotum oder eine Mehrheit für die Auflösung der Knesset.«

»Es kann noch einen Monat dauern oder zwei. Aber am Ende wird es kommen«, sagte Lapid weiter. Es gebe genug Mitglieder in Netanjahus Koalition, »die es nicht mehr aushalten können«.

Verlust an Mandaten

Laut neuesten Umfragen hätte Netanjahus rechtsreligiöse Koalition bei Neuwahlen massive Einbußen zu befürchten. Der israelische TV-Sender Kanal 13 berichtete am Sonntagabend, laut einer Meinungsumfrage würde die Koalition, die bei der letzten Wahl vor gut einem Jahr auf 64 von 120 Sitzen im Parlament gekommen war, nur noch 46 Mandate erhalten.

Netanjahus Likud-Partei würde anstatt 32 Mandaten noch 16 bekommen und wäre damit nicht mehr die stärkste Partei. Auf Platz eins käme dagegen mit großem Abstand und 37 Mandaten die Partei von Benny Gantz, gegenwärtig Minister im Kriegskabinett. Auch Lapids Zukunftspartei würde demnach verlieren und käme statt auf 24 nur noch auf 14 Sitze.

Misstrauensvotum der Arbeitspartei

Zuletzt war es wieder verstärkt zu Demonstrationen gegen die Regierung Netanjahus gekommen. Bei den Kundgebungen wurden auch Neuwahlen gefordert. Viele nehmen es Netanjahu übel, dass er keine Verantwortung dafür übernommen hat, dass das Massaker der islamistischen Hamas und anderer Extremisten im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober geschehen konnte.

Die sozialdemokratische Arbeitspartei wollte noch am Montag ein Misstrauensvotum gegen die Regierung beantragen, weil es dieser bisher nicht gelungen ist, mehr als 130 Geiseln im Gazastreifen freizubekommen. Die Parteivorsitzende Merav Michaeli sprach von einer »kriminellen Regierung, die unsere Söhne und Töchter vernachlässigt hat, die seit 108 Tagen von der Hamas gefangengehalten werden«. dpa

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Nachrichten

Flüge, Preis, Kritik

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.03.2026

Krieg

Iran beschießt Israel erneut mit Raketen

Bislang gibt es keine Berichte über Opfer

 25.03.2026

Israel

Regierung stimmt Bau einer permanenten US-Botschaft in Jerusalem zu

Ein Grundstück im sogenannten Allenby-Komplex wird für das Vorhaben bereitgestellt

 25.03.2026

Nachrichten

Vermisst, Einmischung, Deal

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  24.03.2026

Israel

Lex Haredim auf Eis

Zustimmung zum Kriegshaushalt erkauft

von Sabine Brandes  24.03.2026

Libanon

Israel will Gebiet bis Litani-Fluss kontrollieren

Der israelische Verteidigungsminister will die Pufferzone zwischen Israel und der Hisbollah vergrößern

 24.03.2026