Justiz

Olmert erneut verurteilt

Ehud Olmert vor der Urteilsverkündung Foto: Flash 90

Es war ein schwerer Tag für Ehud Olmert. Der einstige Premierminister und Bürgermeister Jerusalems ist am Montagfrüh auch im sogenannten Talansky-Fall für schuldig befunden worden. Vor zweieinhalb Jahren war Olmert in derselben Angelegenheit bereits angeklagt, doch letztendlich freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte das Urteil jedoch nicht akzeptiert und war in Berufung gegangen.

Vor etwa sieben Monaten dann wurde der Fall im Jerusalemer Bezirksgericht wieder aufgerollt. Olmert soll von dem amerikanisch-jüdischen Geschäftsmann Morris (Mosche) Talansky pralle Briefumschläge voller Geld angenommen haben. Olmert hatte das damals bestritten.

Dollar In der Anklageschrift steht, dass Talansky Olmert während seiner Zeit als Bürgermeister und Minister für Industrie und Handel auf diese Weise Hunderttausende von Dollar zukommen ließ. Als Gegenleistung soll der Politiker dem Geschäftsmann versprochen haben, seine Interessen denen anderer vorzuziehen.

Neue Beweismittel zeigten nach Auffassung der Richter bei der Wiederaufnahme ein anderes Bild als die Unschuld Olmerts. Denn im Rahmen einer Prozessvereinbarung, um ihre Strafe zu mildern, hatte die ehemalige Bürovorsteherin Olmerts, Schula Zaken, ihre Tagebuchaufzeichnungen eingereicht. Daraus sei hervorgegangen, dass Olmert die Gelder privat nutzte, so die Richter im Jerusalemer Bezirksgericht. »Die Aufzeichnungen haben wahres Gewicht«, schrieben sie in ihrer Urteilsbegründung.

Freispruch Die Verteidigung zeigte sich erzürnt und droht nun ihrerseits mit Berufung. »Wir sind sehr enttäuscht über das Urteil, das trotz der offensichtlichen Lügen von Zaken vor Gericht ergangen ist.« Das Anwaltsteam erklärte, man habe eindeutig beweisen können, dass Zaken die Aufzeichnungen manipuliert habe. Weil man davon ausgegangen war, dass dies für einen Freispruch ausreichend sei, hatte Olmert in diesem Fall nicht ausgesagt.

Am 5. Mai soll das Strafmaß verkündet werden. Es kann bei gravierendem Betrug bis zu fünf Jahre Gefängnis bedeuten. Wird Olmerts Vergehen als Vertrauensbruch angesehen, drohen ihm drei Jahre. Meist jedoch wird diese Strafe in eine Bewährung mit Sozialdienst umgewandelt.

Allerdings sieht sich der einstige Premierminister Israels bereits einer Haftstrafe von sechs Jahren ausgesetzt. In einem anderen Fall wurde er wegen Bestechlichkeit ebenfalls für schuldig gesprochen.

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026