Diplomatie

Ohne Visum in die USA

Foto: Getty Images

Es ist eine gute Nachricht, auf die viele israelische Bürger lange gewartet haben. Israel hat den Beitritt zum begehrten US-Programm für die Befreiung der Visumpflicht geschafft. Der US-Minister für innere Sicherheit, Alejandro Mayorkas, und Außenminister Antony Blinken gaben am Mittwoch gemeinsam bekannt, dass Israel nach Erfüllung aller erforderlichen Bedingungen offiziell in die prestigeträchtige Liste aufgenommen wurde.

BOTSCHAFT Sie gehen davon aus, dass Israelis dadurch bereits ab dem 30. November visumfrei in die Vereinigten Staaten von Amerika einreisen können. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen, die darauf abzielten, die Einreise in die USA für 90 Tage ohne Visum zu ermöglichen. Bislang müssen Inhaber eines israelischen Passes einen zeitaufwändigen und kostspieligen Prozess über sich ergehen lassen und lange vor der Reise einen Antrag auf ein Visum über die US-Botschaft stellen.

Jerusalem hatte zuvor alle Programmanforderungen erfüllt, einschließlich der Erlaubnis für amerikanische Staatsbürger palästinensischer Herkunft, nach Israel einzureisen, wie alle anderen auch.

»Dies wird israelischen Bürgern viel Zeit, Ärger und Geld ersparen.«

premier benjamin netanjahu

Israel wird damit das 41. Land auf der Liste, unter anderem neben Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien, Österreich, Dänemark und Italien. Die Einbeziehung in das Programm war seit langem ein Ziel der Regierungen in Israel. Der Prozess hatte unter der Vorgängerkoalition von Naftali Bennett und Yair Lapid an Dynamik gewonnen, als US-Präsident Joe Biden erklärte, den kleinen Nahoststaat aufnehmen zu wollen.

Sobald Israel dem elektronischen ESTA-System hinzugefügt wird, können israelische Staatsbürger über das System eine Reisegenehmigung beantragen. Die wird innerhalb von 72 Stunden zum Preis von 21 US-Dollar erteilt. Sie bleibt zwei Jahre lang gültig und kann innerhalb dieses Zeitraums für mehrere Reisen verwendet werden.

GEWINN Die Bestätigung ist ein großer diplomatischer Gewinn für die amtierende Regierung in Jerusalem. Premierminister Benjamin Netanjahu feierte den »wichtigen und glücklichen Moment für alle Bürger Israels« mit einer offiziellen Erklärung. »Dies wird den israelischen Bürgern viel Zeit, Ärger und Geld ersparen. Wer in die USA reisen möchte, muss nicht mehr monatelang auf einen Termin warten.« Diese Entscheidung sei ein zusätzlicher Beweis für die starken Beziehungen zwischen Israel und den USA, führte Netanjahu aus.

Er dankte US-Präsident Joe Biden für seine Unterstützung der Initiative und allen, die viele Jahre dafür gearbeitet hatten, »diesen wichtigen Erfolg« sicherzustellen. »Und den Bürgern Israels wünsche ich einen angenehmen Flug.«

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026