Uweltkatastrophe

Ölkrise im Negev

Rohöl bedroht Fauna und Flora. Foto: Flash 90

Gewöhnlich wird Regen in Israel herbeigesehnt. Nach dem Umweltdesaster der letzten Woche jedoch könnten starke Niederschläge die Lage im Negev noch verschlimmern. Millionen Liter Rohöl waren aus einer geborstenen Pipeline ausgetreten und bedrohen weiterhin Flora und Fauna im Süden des Landes.

Durch winterliche Regenfälle könnte nämlich das Öl, das noch nicht abgetragen wurde, in tiefere Erdschichten sickern und so die Umwelt langfristiger schädigen, sorgt sich der Leiter der südlichen Abteilung des Ministeriums, Guy Samet. Das Regenwasser könnte zudem den Fluss des ausgetretenen Rohstoffs in südliche Richtung beschleunigen. »Es ist ein Wettlauf mit der Zeit«, warnt der Experte. Im Golf von Eilat könnte dies eine noch größere Naturkatastrophe verursachen, »dann sind die Korallenriffe des Roten Meers in Gefahr«.

Sondermüll Seit Tagen arbeiten Teams der Pipeline-Betreibergesellschaft fieberhaft daran, die rund fünf Millionen Liter Öl abzupumpen und die verseuchte Erde abzutragen. Bislang sind bereits rund 12.000 Tonnen aus dem Naturschutzgebiet Evrona, 20 Kilometer nördlich von Eilat gelegen, in Sondermülldeponien gebracht worden.

Allein hier war in der vergangenen Woche ein schwarzer stinkender Fluss von sieben Kilometern Länge durchgeflossen. Zwar seien bislang keine Tiere zu Schaden gekommen, doch die Auswirkungen auf die Nahrungskette in dem sensiblen Gebiet seien noch nicht absehbar, erklärte die Direktion der Park- und Naturschutzbehörde.

Ölsee Vom Umweltministerium veröffentlichte Luftaufnahmen zeigen die Wüstenlandschaft durchzogen von Ölbächen und Ölseen. Ein Ministeriumssprecher hatte am Wochenende erklärt, es handele sich um eine der »verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte Israels«.

Der Bruch geschah offenbar bei Instandhaltungsarbeiten an den Rohren. Sabotage schließt die Polizei aus. Derweil wird Kritik laut, da die Betreiberfirma durch ein Abkommen mit der Regierung aus dem Jahr 1968 sämtliche ihrer Aktionen als vertraulich einstufen kann und nichts offenlegen muss. Die Regelung stammt aus der Zeit, als Israel Öl des persischen Schah-Regimes bezog. »Doch jetzt«, argumentierte die Knessetabgeordnete Tamar Sandberg, »ist diese Regelung völlig überholt und muss aufgehoben werden«.

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026